Ebase-Chef Rudolf Geyer „Anleger nahmen nach Kurssturz im Oktober Gewinne mit“

Rudolf Geyer: Der Sprecher der Geschäftsführung der B2B-Direktbank European Bank for Financial Services (Ebase) erklärt die wichtigsten Bewegungen in den hauseigenen Kundenportfolios.  | © Ebase

Rudolf Geyer: Der Sprecher der Geschäftsführung der B2B-Direktbank European Bank for Financial Services (Ebase) erklärt die wichtigsten Bewegungen in den hauseigenen Kundenportfolios. Foto: Ebase

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DAS INVESTMENT: Welche Trends zeichnen sich in der Depot-Analyse für Oktober 2018 ab?

Rudolf Geyer: Die vergleichsweise turbulente Marktentwicklung im Oktober hat die Handelsaktivität der Ebase-Kunden deutlich ansteigen lassen. Sehr wahrscheinlich wurden die Kurskorrekturen von zahlreichen Anlegern dazu genutzt, zwischenzeitlich Gewinne mitzunehmen. In der Folge wurden im Oktober insgesamt mehr Fondsanteile verkauft als gekauft. Der Fundflow-Faktor, welcher das Verhältnis zwischen Nettomittelzuflüssen und -abflüssen zeigt, ist mit einem Wert von 0,80 negativ. Dies ist zum ersten Mal in diesem Jahr der Fall.

Wie haben sich die Anleger im Oktober positioniert?

Geyer: Grundsätzlich haben zahlreiche Anleger die Marktkorrekturen zum Anlass genommen, ihre aktuelle Portfoliostruktur zu hinterfragen. Durch die bereits seit Jahren insgesamt sehr positive Entwicklung der Aktienmärkte konnten Anleger, die bereits seit längerer Zeit in entsprechenden Fonds investiert waren, deutliche Gewinne verbuchen. Diese wurden nun zum Teil realisiert. Gut möglich, dass zahlreiche Anleger die aktuelle Korrektur abwarten und ihr Pulver trocken halten. Sobald sie die Lage wieder positiver bewerten, haben sicher viele vor, zu günstigen Kursen wieder einzusteigen.

 

Wie war die Situation bei den anderen Fondstypen?

Geyer: Auch Rentenfonds wurden im Oktober insgesamt überwiegend verkauft. Einzig Rentenfonds, die in den USA anlegen, wurden häufiger gekauft als verkauft. Bei Mischfonds ergibt sich ein ähnliches Bild. Auch hier wurden im Oktober überwiegend Verkäufe durchgeführt.

Gibt es einen Fondstyp, der stärker nachgefragt wurde?

Geyer: ETFs bilden die Ausnahme. Die Handelshäufigkeit war mit 161 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahresdurchschnitt auch bei diesen Fonds sehr hoch. Dabei haben die Anleger, den Turbulenzen an den Märkten zum Trotz, ihre Bestände weiter ausgebaut. Der Fundflow-Faktor liegt bei 1,35. Damit liegt dieser seit Januar 2016 kontinuierlich über eins, was bedeutet, dass die Käufe die Verkäufe von Monat zu Monat überwogen.