Eckhard Sauren, Gründer und Chef von Sauren Fonds-Service. (Foto: Philippe Ramakers)

Eckhard Sauren, Gründer und Chef von Sauren Fonds-Service. (Foto: Philippe Ramakers)

Eckhard Sauren im Interview

"Entscheidend bei Absolute-Return-Fonds ist die Managerqualität"

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Frage: Herr Sauren, was schätzen Sie grundsätzlich an Absolute-Return-Konzepten? Wo liegen deren Stärken und wo sehen Sie Schwächen?

Eckhard Sauren: Gut gemanagte Absolute-Return-Konzepte können unabhängig von den Rahmenbedingungen des Marktes positive Erträge erzielen. Damit kommen diese Produkte dem Grundinteresse fast aller Anleger entgegen. Dank ihrer Eigenschaften eignen sich Absolute-Return-Strategien hervorragend zur Stabilisierung und zur Bereicherung eines Gesamtportfolios, auch wenn sie den klassischen Konzepten in deutlich steigenden Aktien- oder Rentenmärkten natürlich hinterherhinken.

Welche Erfahrungen haben Sie mit den angebotenen Produkten und ihren Managern gemacht?


Nach unserer Erfahrung können die fundamentalen Überlegungen des Fondsmanagers temporär auch einmal vom Marktgeschehen überlagert werden, sodass zwischenzeitliche Verluste nicht immer zu vermeiden sind. Im Ergebnis weisen gut gemanagte Absolute-Return-Fonds jedoch ein sehr gutes Verhältnis zwischen Ertrag und Risiko auf. Durch die Integration in ein bestehendes Portfolio können diese Fonds dann auch dort das Ertrags-Risiko-Verhältnis deutlich verbessern.

Ist es überhaupt realistisch, jederzeit positive Erträge zu erwarten – zum Beispiel wenn die Aktien- und Rentenmärkte gleichermaßen fallen?

Einige Absolute-Return-Strategien sind aktuell durchaus so positioniert, dass sie in einem Umfeld sinkender Aktienmärkte und steigender Anleiherenditen positive Erträge generieren würden. Jederzeit und immerzu Gewinne zu erwirtschaften, ist für einzelne Strategien jedoch unrealistisch. Deshalb halten wir eine Diversifikation über verschiedene Strategien im Rahmen eines Dachfonds für sinnvoll. Hier verteilt man zum einen das Managerrisiko. Zum anderen lassen sich so temporäre Rückschläge einzelner Strategien und Manager besser abfangen.

Welche Renditen können Absolute-Return-Fonds nach Ihrer Einschätzung nachhaltig erzielen? Was ist hier über die nächsten ein bis zwei Jahre hinweg zu erwarten?

Da wir davon ausgehen, dass sich die Anleger grundsätzlich mit niedrigeren Kapitalverzinsungen auseinandersetzen müssen, sind wir auf Dachfonds-Ebene mit Renditen von vier Prozent jährlich sehr zufrieden. In defensiven Strategien wollen wir eine Wertsteigerung von drei Prozent p.a. bei niedriger Schwankungsbreite erreichen.

Für Ihren eigenen Dachfonds haben Sie chancenreiche Absolute-Return-Fonds selektiert. Worauf achten Sie bei deren Auswahl?
 

Entscheidend bei Absolute-Return-Produkten ist die Managerqualität. Denn nur Manager, die nachhaltig in der Lage sind, Alpha in ihrem Anlageuniversum zu generieren, können in der Absolute-Return-Welt überzeugende Ergebnisse erzielen. Wir berücksichtigen bei der Auswahl einerseits aktienorientierte Long-Short-Strategien und rentenorientierte Strategien, die insbesondere in Opportunitäten tätig sind. Darüber hinaus gefallen uns Multi-Asset- oder Global-Macro-Strategien, von denen jede einzelne Strategie einen absoluten Ertrag anstrebt.

Schauen Sie bei der Fondsselektion nur auf die Performance? Oder bewerten Sie auch die Strategie des Managements?

Wir analysieren die Wertentwicklung im Verhältnis zu den Rahmenbedingungen des Marktes. Hierbei versuchen wir sehr genau herauszufiltern, wie viel tatsächliches Alpha erzielt wurde und was andererseits alleine auf dem Rückenwind der Märkte beruhte. Insbesondere im Rentenmarkt gibt es viele sogenannte Total-Return-Konzepte oder flexible Rentenstrategien, die massiv von den sinkenden Zinsen und den sinkenden Credit-Spreads profitiert haben. Diese Strategien meiden wir, denn sie werden schon dann enttäuschen, wenn die Zinsen lediglich unverändert bleiben.  

Beobachten Sie auch, welche Transaktionen in den von Ihnen favorisierten Fonds stattfinden? Lassen sich deren Strategien transparent nachvollziehen?

Absolute-Return-Strategien sind unserer Meinung nach sehr transparent. Wir können die Positionierung und Wertentwicklung der von uns beauftragen Absolute-Return-Fondsmanager somit auch sehr gut nachvollziehen. Einzelne Transaktionen analysieren wir, wenn sie signifikant in den Strategien gewichtet sind und einen entsprechenden Einfluss auf die Wertentwicklung haben.

Was zeichnet nach Ihrer Ansicht einen guten Manager von Absolute-Return-Fonds aus?

Er ist analytisch sehr stark, hat Demut vor dem Markt und ist in der Lage, aufgrund von schlauen Gedanken und Analysen nachhaltig Alpha zu generieren.

Werden sich Absolute-Return-Fonds im Wettbewerb um das Kapital der Anleger behaupten?

Ja, diese Fonds sehen einer vielversprechenden Zukunft entgegen. Dies gilt insbesondere, wenn die Zinsen nicht weiter sinken. Viele Anleger werden dann erkennen, dass sie mit rentenorientierten Strategien und konservativen Mischfonds nicht optimal aufgestellt sind. Gut gemanagte Absolute-Return-Strategien stellen hier die einzige sinnvolle und nachhaltige Alternative dar. Unseren Erfahrungen nach fehlen die Produkte aber noch in vielen Portfolios und sollten daher zeitnah in die Depots integriert werden.

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