Eckhard Sauren: „Zum Teil bin ich Idealist“

Dachfonds-Pionier Eckhard Sauren (Foto: DAS INVESTMENT.com)

Dachfonds-Pionier Eckhard Sauren (Foto: DAS INVESTMENT.com)

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DAS INVESTMENT.com: In den vergangenen zehn Jahren brachte der Sauren Global Defensiv weniger Gewinn als der Rex-P und der Euro Stoxx.

Eckhard Sauren: Es überrascht nicht, weil wir zehn Jahre lang sinkende Zinsen hatten. Das hat die Kurse für Bundesanleihen stark steigen lassen. Unser Fonds besteht aber nicht nur aus Aktien und Anleihen, sondern auch aus anderen Anlageklassen wie Absolute-Return- oder Immobilienfonds. Es ist deshalb zu kurz gesprungen, den Fonds nur mit Anleihen oder Aktien zu vergleichen. Dafür ist er viel zu breit gestreut. Was das Verhältnis von Rendite zur Volatilität betrifft, braucht er sich vor keiner anderen Anlage zu verstecken.

DAS INVESTMENT.com: Anleger könnten trotzdem denken, dass er zwischen Rex und Stoxx landen sollte.

Sauren: Das passiert nicht, weil die Absolute-Return-Fonds das Portfolio stabilisieren, in guten Marktphasen aber bremsen. Sie sind darauf ausgerichtet, in allen Situationen – auch bei steigenden Zinsen – zu funktionieren. Damit hatten sie aber bei sinkendem Zinsniveau einen Nachteil. Der Vorteil kommt, wenn der Trend dreht und Anleihen Verluste bringen.

DAS INVESTMENT.com: Gibt es Manager, denen Sie in den zehn Jahren die Treue gehalten haben?

Sauren: Geoff Oldfield von Ennismore mit seinem European Smaller Companies Fund und Peter E. Huber mit dem Starcap Argos.

DAS INVESTMENT.com: Nur zwei?

Sauren: Dinge ändern sich. Es gibt Fondsmanagerwechsel. Viele gute Manager bekommen zu viel Volumen, sodass wir lieber nach besseren Anlage-Ideen suchen.

DAS INVESTMENT.com: Sind Sie mit Ihren Ratings nicht selbst Schuld, dass gute Fondsmanager mit Geld zugeschüttet werden?

Sauren: Vielleicht wäre es tatsächlich einfacher, wenn die Fonds klein bleiben würden, sodass wir investiert bleiben könnten. Aber es ist Teil des Jobs, immer wieder neue, gute Anlage-Ideen zu suchen. Häufig laufen unsere kleinen, neu entdeckten Ideen besser als die großen, vom Markt entdeckten. Und diese Renditedifferenz ist der Vorteil, den wir für unsere Fonds nutzen wollen.

DAS INVESTMENT.com: Kann man sich als Fondsmanager bei Ihnen als Idee bewerben?

Sauren: Ja, wir bekommen mehr Bewerbungen, als wir uns anschauen können. Andererseits sind es nicht unbedingt die besten Ideen. Die finden wir meistens durch eigene Recherche.

DAS INVESTMENT.com: Wo graben Sie dafür?

Sauren: Wir finden viel in unserem Netzwerk, in Fachzeitschriften und auf Konferenzen, etwa von Morgan Stanley und Goldman Sachs. Dort kann man sich in drei Tagen gut und gerne 15 Manager mit Boutiquenansatz ansehen. Einer oder zwei finden am Ende den Weg ins Portfolio.