Das Vertrauen der Deutschen in die Finanzbranche ist alarmierend niedrig. Das geht aus der aktuellen „Financial Services Consumer Perception Study 2024“ von Edelman Smithfield hervor. Die Umfrage, für die rund 2.000 Erwachsene in Deutschland befragt wurden, liefert detaillierte Einblicke in die Gründe für das mangelnde Vertrauen.

Hauptkritikpunkte: Intransparenz und mangelnde Kundenorientierung

38 Prozent der Befragten bemängeln intransparente Preisstrukturen im Finanzsektor. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) kritisiert eine unzureichende Kundenorientierung der Unternehmen. Zudem werden zu riskante (30 Prozent) und zu komplizierte Produkte (26 Prozent) moniert.

Besonders kritisch werden Banken gesehen. Fast die Hälfte der Befragten (49 Prozent) wirft ihnen vor, an versteckten Gebühren zu verdienen. 46 Prozent glauben, dass gestiegene Zinsen nicht ausreichend an Kunden weitergegeben werden. Auch der Kundenservice wird von 38 Prozent als mangelhaft eingestuft.

 

Asset Manager und Berater unter Druck

Vermögensverwalter sehen sich dem Vorwurf ausgesetzt, Nachhaltigkeit von Produkten nicht transparent genug darzustellen (34 Prozent). Bei Finanz- und Vermögensberatern steht die Unabhängigkeit in Frage. 43 Prozent der Befragten vermuten, dass Berater bevorzugt Produkte verkaufen, an denen sie am meisten verdienen.

Internationaler Vergleich zeigt Handlungsbedarf

Im internationalen Vergleich schneiden die Berater in Deutschland besonders schlecht ab. Die Studie wurde in insgesamt sechs Ländern durchgeführt, darunter Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und den USA.

Die aktuellen Ergebnisse reihen sich in einen langjährigen Trend ein. Bereits das jährlich erscheinende „Edelman Trust Barometer“ zeigt seit Jahren ein geringes Vertrauen der Deutschen in den Finanzsektor. Von 17 untersuchten Branchen landet der Finanzsektor auf dem vorletzten Platz – nur Social-Media-Unternehmen wird noch weniger vertraut.

Um das Vertrauen wiederherzustellen, fordern die Verbraucher vor allem niedrigere Gebühren (48 Prozent), mehr Transparenz (47 Prozent) und eine bessere Beratung (42 Prozent). 

Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen die Notwendigkeit für Finanzdienstleister, aktiv an ihrer Vertrauenswürdigkeit zu arbeiten. Transparenz, faire Gebührenstrukturen und eine stärkere Kundenorientierung könnten Schlüssel sein, um das Vertrauen der deutschen Verbraucher zurückzugewinnen.