Goldbarren: Bei physischem Gold kommt es zu Lieferengpässen Foto: imago images / Action Pictures

Edelmetall-Experte Dominik Lochmann

Warum Gold jetzt knapp und teuer wird

Aufgrund der Corona-Krise haben sich der Preis für physisch sofort lieferbares Gold und die Kosten für Papiergold, also der Börsenpreis für Gold, stärker als sonst voneinander abgesetzt.

Edelmetall-Kurse entstehen an den internationalen Börsen. Dort mussten aktuell viele Großhändler und Fonds aufgrund von COVID-19 Teile ihres Goldes abverkaufen, da Geld für anstehende Verpflichtungen benötigt wurde oder notwendige Portfolio-Auflagen erfüllt werden mussten. Deswegen sank der Goldkurs zunächst. Nichtsdestotrotz erleben Edelmetallhändler derzeit eine sehr hohe Nachfrage, einen regelrechten Run auf Gold.

Da es sich bei Edelmetall traditionell um eine sichere und stabile Anlage handelt, investieren Privatanleger zurzeit vermehrt in Sachwerte. Viele Menschen haben Angst vor einer Rezession, in der ihr Geld seinen Wert verliert. Auch fürchten Anleger eine Flutung des Marktes mit frisch gedrucktem Geld, um die Konjunktur nach der Krise wieder anzukurbeln.

Sollte es früher oder später zu einem Finanzcrash kommen, bleibt ein Kilogramm Gold immer ein Kilogramm Gold. Zusätzlich preistreibend wirkt neben der gestiegenen Nachfrage die Tatsache, dass zahlreiche Prägestätten aufgrund des Coronavirus temporär schließen oder ihre Produktion drosseln mussten, was zu einem deutlich eingeschränkten Angebot an Münzen und Barren führt.

Auch der Transport des Rohgoldes von Minen zu Raffinerien und von Prägeanstalten zu Großhandelszentren hat sich deutlich verteuert, da Fluglinien die meisten internationalen Flüge eingestellt und die Frachtraten sich dadurch vervielfacht haben.

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