Die Anleger sind nicht länger in Gold verliebt. Foto: Getty Images

Die Anleger sind nicht länger in Gold verliebt. Foto: Getty Images

Edelmetalle

Hedgefonds reduzieren Wetten auf Goldpreis-Anstieg

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Die Netto-Kauf-Positionen für Goldtermin- und Optionskontrakte in New York schrumpften, während die Wetten der Hedgefonds auf weitere Preisrückgänge den höchsten Wert erreichten, seit die USA im Jahr 2006 mit der Aufzeichnung der Daten begannen.

Der am meisten gehandelte Gold-Optionskontrakt am 3. Oktober an der Comex ermöglichte dem Investor Dezember- Futures zu 1100 Dollar je Unze zu verkaufen. Das lag fast acht Prozent unter den Schlusspreisen an dem Tag.

Goldman Sachs Group, Société Générale und HSBC Securities (USA) zählen zu denjenigen Banken, die niedrigere Goldpreise erwarten. Investoren wenden sich vom Gold ab, da sich die Konjunkturerholung in den USA beschleunigt und der Dollarkurs so hoch ist wie seit vier Jahren nicht mehr.

Das stärkt die Erwartung, dass die US-Notenbank Federal Reserve ihren Zins erhöhen wird und dämpft die Nachfrage nach Gold als Absicherung gegen eine Inflation.

“Die Anleger sind nicht länger in Gold verliebt”, sagt Bill Schultz, als Chief Investment Officer für die Kapitalanlagen bei McQueen, Ball & Associates in Bethlehem, Pennsylvania verantwortlich. “Die bessere US-Konjunktur und der stärkere Dollar locken weiterhin Investoren von Gold weg.”

Die Terminkontrakte an der New Yorker Comex verbilligten sich in der vergangenen Woche um 1,9 Prozent auf 1192,90 Dollar. Das war der fünfte Rückgang in Folge und der längste Preisrutsch seit Januar 2013.

Der 22 Rohstoffe umfassende Bloomberg Commodity Index fiel im gleichen Zeitraum um ein Prozent und der MSCI All-Country World Index für Aktien gab 2 Prozent nach. Hingegen stieg der Bloomberg Dollar Spot Index um 1,1 Prozent.

Die Netto-Kauf-Positionen für Gold gingen in der Woche zum 30. September um 15 Prozent zurück auf 37.743 Kontrakte, wie Daten der Commodity Futures Trading Commission zeigten. Die Netto-Verkaufs-Positionen stiegen um vier Prozent auf ein Allzeithoch von 81.262 Kontrakten.

In diesem Jahr ist der Wert von börsennotierten Produkten, die mit Gold unterlegt sind, um mehr als 4 Milliarden Dollar gesunken. Allein in der vergangenen Woche sind 9,01 Tonnen Gold verkauft worden, die in solchen ETPs gehalten wurden.

Damit schmolzen die Bestände auf ein Fünf-Jahres-Tief von 1679,46 Tonnen Gold ab. Grund dafür waren besser als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten in den USA.

Dort ist die Arbeitslosenrate im September auf ein Sechs-Jahres-Tief von 5,9 Prozent zurückgegangen und die Arbeitgeber haben mehr neue Arbeitsplätze geschaffen als prognostiziert worden war.

Goldman Sachs hatte am 2. Oktober die Prognose bekräftigt, dass der Goldpreis in zwölf Monaten auf 1050 Dollar je Unze gesunken sein wird. HSBC senkte den Ausblick für 2015 von 1310 Dollar je Unze auf 1175 Dollar.

SocGen schrieb in einem Bericht, der Preis für das Edelmetall werde auf “deutlich unter 1200 Dollar” zurückgehen. Indes könnte der niedrigere Preis für eine Zunahme der Käufe von physischem Gold sorgen.

Die US-Münze verkaufte im September 58.000 Unzen an Goldmünzen - so viel wie seit Januar nicht mehr und doppelt so viel wie im August. Bei der australischen Perth Mint kletterten die Verkäufe im September um 89 Prozent fast auf ein Jahreshoch.

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