Edelmetalle Vermögensverwalter streiten über Aussichten für Gold-Investments

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„Schlussfolgerung nicht schlüssig“

„Die Schlussfolgerung im Artikel ist nicht schlüssig“, meint dagegen Uwe Zimmer, Vorstand der Kölner Meridio Vermögensverwaltung. In einem Tweet bei Twitter fragt er: „Warum sollte Gold bei diesem Szenario steigen?“ Und weiter: „Ist vorher auch nicht passiert.“ Gegenüber DAS INVESTMENT.com legt er seine Argumente detailliert dar:

„Ich gehöre nicht zu den Apokalypse-Propheten, die immer zu Gold als Rettungsanker fürs Depot raten. Stattdessen frage ich mich, was noch alles passieren muss, damit der Goldpreis wirklich steigt. Denn das Edelmetall galt bislang zwar als sicherer Hafen für Investoren. Doch wir haben bereits heute echte Horrormärkte.

„Geldmengen gigantisch aufgebläht“


Konkret meine ich damit unter anderem die nachlassende wirtschaftliche Entwicklung in wichtigen Schwellenländern wie China, Indien oder Argentinien. Um einen Einbruch der Weltwirtschaft zu vermeiden, wurden von den Notenbanken rund um den Globus die Geldmengen gigantisch aufgebläht.

Schon seit Jahren hätte als Reaktion darauf der Goldpreis deutlich anziehen müssen. Da das aber nicht passiert ist, frage ich mich, ob Gold heute überhaupt noch eine Krisenwährung ist. Ist vielleicht eine neue Zeit angebrochen? Hat sich die Funktion des Goldes für die Anleger im Laufe der Zeit relativiert?

„Eine typisch deutsche Überreaktion“

Denn der bisher als allgemeingültig geltende Kausalzusammenhang zwischen Ursache und Wirkung scheint nicht mehr gültig zu sein: Meiner Ansicht nach sind statt aller Krisenzeichen vor allem der steigende Wohlstand und der damit verbundene zunehmende Wunsch nach Luxus verantwortlich für eine steigende Nachfrage nach Gold.

Ich kann ja Menschen verstehen, die sich physisches Gold als beruhigenden Faktor ins Portfolio holen. Das ist aber eine typisch deutsche, angstgetriebene Überreaktion. Für Profianleger gilt allein die Frage, mit welchen Investments sie bei begrenztem Risiko gutes Geld verdienen können. Das lässt sie derzeit übertrieben viel Geld in das so genannte 'Betongold', also am Immobilienmarkt, investieren.“

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