„Ein guter Tag für den Klimaschutz“: Reaktionen auf die EU-Energieeffizienz-Richtlinie

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Der Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie (ITRE) des Europäischen Parlaments hat über die Energieeffizienz-Richtlinie abgestimmt. Nun sollen die Emissionen von Treibhausgasen bis 2020 um 20 Prozent gegenüber 1990 gesenkt werden. Damit die Europäische Union dieses Energieeffizienzziel bis 2020 erreichen kann, sollen sich die einzelnen Mitgliedsstaaten eigene verbindliche Ziele setzen.

„Das ist ein guter Tag für den Klimaschutz und eine zukunftsfähige, gesamteuropäische Energiepolitik“, kommentiert Tobias Krug, Energieeffizienzexperte der internationalen Naturschutzorganisation WWF. Der Industrieausschuss setze hiermit einen wichtigen Meilenstein. Die Bundesregierung, die derzeit deprimierende Ergebnisse in Sachen Klimaschutz abliefere, solle sich daran ein Beispiel nehmen.

EU hat beträchtliche Effizienzpotenziale

Auch aus der Wirtschaft melden sich positive Stimmen. „Das CO2-Emissionsreduktionsziel der EU ist nicht zu ambitioniert gewählt, denn allein die Effizienzpotenziale dürften in der EU beträchtlich sein“, sagt Eric Heymann, Volkswirt bei der Deutsche-Bank-Forschungseinrichtung DB Research. Der Wirtschaftsexperte betrachtet die Energieeffizienz-Maßnahmen aus ökonomischer Sicht. Daher hält er es auch für gerechtfertigt, die Forschung im Bereich der Klimaschutzmaßnahmen auszuweiten, damit durch den technischen Fortschritt heute noch teure Energiesparmaßnahmen künftig günstiger werden.

Problematisch sei, dass andere Staaten noch nicht mit quantitativen CO2-Emissionsreduktionszielen folgen, so Heymann weiter. Dies verzerre den internationalen Wettbewerb und reduziere die Effektivität der EU-Klimapolitik massiv.

Die EU-Klimaziele gehen nicht weit genug


Claudia Kemfert, Karsten Neuhoff und Jochen Diekmann vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung DIW Berlin gehen die EU-Klimaziele indes nicht weit genug.  „Dieses EU-Ziel muss dringend auf mindestens 25 bis 30 Prozent erhöht werden“, sagen die Abteilungsleiter des Forschungsinstituts.

Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), sieht den EU-Beschluss hingegen eher kritisch. "Wir begrüßen das Votum für die Verbindlichkeit der Energieeffizienz, eine gleichzeitige Einführung von Endenergieeinsparverpflichtungen lehnen wir allerdings strikt ab“, erklärt er. Auch die Tatsache, dass die EU-Kommission bereits Mitte 2014 erste Schritte für Energieeinsparziele bis 2030 anstoßen soll, schieße über das Ziel der Richtlinie hinaus.

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