Ein Jahr nach dem Referendum Schroders: Diese Folgen hat der Brexit für Großbritannien

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Auswirkungen auf den Anleihemarkt

Alix Stewart, Fondsmanagerin im Rentenbereich:

„In den Anleihemärkten verzeichneten Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit nach dem Votum einen rapiden Renditeverfall; ziemlich kurzfristig ging es von knapp 1,4 Prozent auf unter 1 Prozent. Nachdem die BoE im vergangenen August entschieden hatte, die Leitzinsen zu senken, sank die Rendite auf bis zu 0,52 Prozent, bevor sie sich im Zuge der ‚Trumpflation‘ wieder vollständig erholte.

Da die Handelstätigkeit zurückgeht und den Verbrauchern die Inflation zu schaffen macht, sind die Anleiherenditen nun erneut auf 1 Prozent gefallen. Die Renditeabstände der Unternehmensanleihen – also die Differenz zwischen den Renditen von Unternehmens- und Staatsanleihen – sind kleiner geworden. Das Anleihekaufprogramm der BoE verleitet Unternehmen dazu, sich für einen geringen Zins Geld zu leihen. Doch trotz der ausufernden Liquidität der Zentralbanken haben sich die Renditen britischer Unternehmensanleihen nicht stärker verengt als diejenigen in anderen globalen Märkten.

Obwohl sich die britische Wirtschaft besser entwickelt, als dies irgendjemand noch vor einem Jahr erwartet hätte, hat die BoE die Zinssätze seit August nicht angehoben. Der Zukauf von Staats- und Unternehmensanleihen wurde dagegen eingestellt.“