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Ein Journalist und vier Banker China findet Schuldige für Börsen-Crash

Vier Manager der größten chinesischen Investmentbank Citic Securities Co., ein Journalist des Wirtschaftsmagazins "Caijing" und ein Mitarbeiter der Wertpapieraufsicht haben offenbar die ihnen zur Last gelegten Straftaten zugegeben. Das berichtet die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Die Mitarbeiter von Citic, darunter Managing Director Xu Gang, haben nach Angaben von Xinhua Insiderhandelsgeschäfte gestanden. Ein Pressesprecher von Citic wollte sich dazu nicht äußern. Der Aktienkurs des Brokers fiel in Hongkong und lag um 8:45 Uhr 4,65 Prozent niedriger.

Nach einem Einbruch der chinesischen Börsen, in dem 5 Billionen Dollar an Marktwert vernichtet wurden, versucht die Regierung, den Aktienmarkt zu stabilisieren. Dabei setzt sie auf Maßnahmen wie staatlich mandatierte Aktienkäufe ebenso wie auf eine Kampagne, die ihre Bemühungen unterstreicht, gegen Insiderhandel vorzugehen. Am Wochenende hatte die Wertpapieraufsicht China Securities Regulatory Commission (CSRC) dem Vernehmen nach 50 Brokerfirmen aufgefordert, ihre Beiträge zu einem Rettungsfonds um weitere 100 Milliarden Yuan aufzustocken.

Wang Xiaolu, Journalist bei Caijing, hat nach Angaben von Xinhua zugegeben, am 20. Juli fälschlich berichtet zu haben, die CSRC überlege, die Stützungsmaßnahmen zu beenden. Das habe Panik und Konfusion ausgelöst. Xiaolu kooperiere, in der Hoffnung auf eine geringere Bestrafung, hieß es weiter. Zwei Anrufe bei dem Wirtschaftsmagazin am Montagmorgen blieben unbeantwortet. Zuvor hatte Caijing mitgeteilt, es werde mit den Behörden kooperiert.

Liu Shufan, ein Mitarbeiter der CSRC, hat laut Xinhua zugegeben, im vergangenen Jahr mit Insiderhandel in Aktien von zwei Unternehmen mehrere Millionen Yuan Gewinn gemacht zu haben. Außerdem habe er zugegeben, Unterlagen im Zusammenhang mit dem Kauf einer Wohnung gefälscht zu haben. Von der CSRC war dazu zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Bei den weiteren drei Mitarbeitern von Citic soll es nach Angaben von Xinhua um Liu Wei, Mitglied des Exekutiv-Komitees, Fang Qingli, Leiter des Finanzgeschäfts, und Chen Rongjie, Leiter alternative Investments handeln. Alle sechs Personen sollen am 30. August verhaftet worden sein.

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