Ingmar Przewlocka managt bei Schroders zusammen mit Philippe Bertschi den Global Multi-Asset Balanced.

Fonds-Perle Ein Mischfonds von Schroders ist wie ein Schweizer Taschenmesser

Wer den Mischfonds Schroders Global Multi-Asset Balanced betrachtet, könnte meinen, dass sich dort alles bewegt: Anlageklassen zueinander, Teilgebiete in den Anlageklassen, einzelne Positionen, Derivate. Einzeltitel finden sich einträchtig neben Aktienkörben, Indexfonds, aktiv gemanagten Fonds und Futures auf Indizes. Alles scheint möglich, ein Fonds wie ein Schweizer Taschenmesser.

Vor knapp drei Jahren ging Mischfondsspezialist Ingmar Przewlocka zu Schroders, übernahm dort zusammen mit Philippe Bertschi den Multi-Asset Balanced (zum Porträt geht es hier) und drückte ihm seinen Stempel auf. Im Herbst 2020 hob er dann ab (siehe Chart).

Dabei kommt er zunächst wie ein defensiver Mischfonds daher: Die Aktienquote darf zwischen 0 und 50 Prozent schwanken, der Rest sind Anleihen, und es gibt einen Schuss Rohstoffe. Doch wie schon angedeutet: Mit festen Leitplanken oder gar Bezug zu irgendeinem Marktindex hat der Fonds nur wenig zu tun. Und zwar mit allem Für und Wider, denn wer sehr aktiv ist, kann eben auch mal danebenliegen. Das muss man wissen, wenn man den Fonds kauft.

Zwar ist es auch Przewlocka wichtig, wie die Anlageklassen gewichtet werden, gar keine Frage. Aber gerade innerhalb der einzelnen Teile zeigen sich Möglichkeiten, die dem Duo zufolge andere Fondsmanager gern übersehen. Eine solche Chance vermuten sie in den Zinskurven. Sie bilden ja die Renditen von Staatsanleihen über unterschiedliche Laufzeiten ab. Und derzeit sieht es so aus, als würden die Renditen für die längeren Laufzeiten steigen und die Kurven damit steiler werden. „Dementsprechend setzen wir am kurzen Ende auf steigende und am langen Ende auf fallende Kurse“, so Przewlocka.

Dass der Fonds seit Herbst so stark läuft, liegt unter anderem daran, dass die Fondsmanager beherzt in arg gebeutelten Aktiensegmenten zugegriffen hatten: Banken, Rohstoffe, Value-Titel generell, Zykliker. Und dann eben in Europa und Japan und nicht in den USA. Ein fast perfekter Einstieg, denn kurz darauf zogen diese Positionen an. „Wir hatten beobachtet, dass bestimmte Branchen nicht mehr auf schlechte Nachrichten reagierten“, sagt Przewlocka. Irgendwann kam die neue Hoffnung durch Impfstoffe und brachte die Sache in Schwung.

Przewlocka ist der Dirigent, der aus Einzelleistungen ein Gesamtstück formt. Die Einzelleistungen kommen aus den Schroders-Abteilungen, in denen Analysten nach Aktien, Anleihen und Derivaten suchen, um Przewlockas Ansichten mit Leben zu füllen. Und die wiederum speisen sich aus zahlreichen Einzelquellen. Da geht es um Anlegerverhalten, die großen Geldflüsse, Geldpolitik, Wirtschaft, Markttechnik, Währungen und Branchen. Er hält Markt-Timing für wichtig und richtig.

Wobei er sich immer auch in Demut übt. „Man darf sich nicht zu sehr auf eine bestimmte Meinung festlegen und muss flexibel bleiben“, sagt er. Weshalb jede Position immer ein Stopp-Loss-Limit bekommt, um Verluste zu begrenzen. Sicher ist sicher.

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