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Ein Kunde benutzt einen Geldautomaten der Berliner Sparkasse | © Getty Images

Ein „Sterben der Bankfilialen“

So massiv bauen Sparkassen Zweigstellen ab

Ein „Sterben der Bankfilialen“ diagnostiziert die KfW Bankengruppe‎, berichtet aktuell die Börsen-Zeitung. Demnach sorgen die niedrigen Zins und steigenden Regulierungskosten dafür, dass immer mehr Finanzhäuser ihre Kompetenzen bündeln und Synergien nutzen. Allein im Jahr 2015 sank die Zahl der Banken deutschlandweit nach Angaben der Deutschen Bundesbank um 30 auf 1 960.

Von den inzwischen nur noch 402 Sparkassen verschwanden allein in den vergangenen zwei Jahren neun Unternehmen durch Zusammenschlüsse zu größeren Regionalinstituten. Aktuell betroffen ist beispielsweise die Sparkasse Fröndenberg mit einer Bilanzsumme von gerade einmal 240 Millionen, die zum Jahreswechsel in der knapp zehnmal so großen Sparkasse Unna-Kamen aufgeht.

Immer weniger Filialen

Die somit gewachsene Sparkasse Unna-Kamen plant bereits, drei ihrer 16 Filialen zu schließen. Fünf weitere sollen in Selbstbedienungsfilialen umgewandelt werden. Denn mit den Möglichkeiten zum Online- und Mobile-Banking habe sich Kundenverhalten stark verändert. Nur noch einmal im Jahr komme ein im Durchschnitt noch in die Filiale, so der Deutsche Sparkassen- und Giroverband.

Bislang unterhalten die Sparkassen noch das größte Filialnetz hierzulande. Doch von den 13.950 Sparkassen-Zweigstellen Ende 2005 waren zehn Jahre später bereits nur noch 11.459 übrig. Und „vor dem Hintergrund weiterer Sparkassen-Fusionen“ solle das Filialnetz „weiter angepasst werden“, zitiert die Börsen-Zeitung den Dachverband der Sparkassen-Finanzgruppe.

Digitalisierung der Banken

Als weiteren Grund führt der Sparkassen-Verband die „voranschreitende Digitalisierung“ an. Der dadurch steigende Wettbewerbsdruck belaste die Sparkassen besonders: Sie verzeichnen mit 39 Prozent den größten Anteil an den insgesamt 1.257 Zweigstellen, die laut Bundesbank 2015 deutschlandweit aufgelöst wurden. Es folgen die Volks- und Raiffeisenbanken mit 35 Prozent.

Doch vor allem ältere Kunden dürften für die Bankberatung per Video-Telefonie und Chat nicht zu gewinnen sein. Um aber auch alle nicht-internetaffinen Verbraucher in ländlichen Regionen flächendeckend versorgen zu können, bieten die Sparkassen inzwischen neue Dienste an ­ wie den Geldbring-Service, Bargeldabhebungen im Einzelhandel oder mobile Geschäftsstellen.

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