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Cormac Weldon im Gespräch
„Ein Wahlsieg Trumps verheißt wohl wenig Gutes“
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Cormac Weldon im Gespräch „Ein Wahlsieg Trumps verheißt wohl wenig Gutes“

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Wird Technologie diese führende Rolle behalten?

Weldon: Wir erwarten durchaus, dass Technologie-Konzerne weiterhin gut abschneiden werden, obwohl wir eigentlich damit gerechnet haben, dass noch mehr Unternehmen dabei sein können, denen Investitionen in künstliche Intelligenz (KI) zufließen. Bisher hat sich der Markt jedoch stark auf Nvidia-Chips konzentriert. Wir glauben, dass es sich lohnt, auch Bereiche wie Speicher und Netzwerke zu betrachten, die für die Verwirklichung des KI-Traums nötig sind. Sowohl unser Fonds für große Börsentitel als auch unser Nebenwerte-Fonds hält neben einem Netzwerkunternehmen zum Beispiel Western Digital, einen Hersteller von Festplatten, für die wir eine erhöhte Nachfrage annehmen.

 

Apropos Technologie-Sparten: Sie haben schon vor Jahren erfolgreich die Gaming-Unterhaltungsindustrie ins Visier genommen. Welche Rolle spielt diese inzwischen in Ihren Portfolios?

Weldon: In der Tat haben unsere Fonds vor einigen Jahren mit Investitionen in Take-Two Interactive und Activision viel Geld verdient. In jüngerer Zeit konnten wir davon profitieren, dass Microsoft Activision Blizzard übernommen hat. Zurzeit besitzen wir aber keinen anderen spezialisierten Spiele-Anbieter.

 

Halten Sie KI für einen ökonomischen Gamechanger, und wie bilden Sie dies in Ihren Portfolios ab? 

Weldon: In unseren Fonds Artemis (Lux) US Select halten wir eine breite Palette von Aktien, die unserer Meinung nach von KI-Investitionen profitieren werden. Dazu gehören Halbleiter-, Speicher- und Netzwerkunternehmen, aber auch solche, die KI in ihrem Geschäft einsetzen, wie Microsoft, Meta Platforms und Intuit. Wir glauben, dass Unternehmen mit dem Einsatz von KI Produktivitätsgewinne erzielen können.

 

Und setzen Sie KI bereits für Ihr Fondsmanagement ein?

Weldon: Ja, wir verwenden quantitative Daten als eine der Informationsquellen, die uns bei der Aktienauswahl helfen. Und dazu gehören auch zunehmend Daten, die mit KI gewonnen werden.

 

Die Erwartungen an die Zinsentscheidungen der Fed und anderer Notenbanken haben erheblichen Einfluss auf die Aktienkurse. Was halten Sie davon, und welche weiteren Faktoren spielen eine wichtige Rolle?

Weldon: Meiner Meinung nach gibt es damit ein klares Top-Down-Thema, nämlich die Chance, dass Inflation und Zinssätze ihren Höhepunkt erreicht haben und dass die Zinssätze irgendwann in diesem Jahr zu sinken beginnen. Wir sind der Ansicht, dass dies für kleinere und stärker auf das Inland ausgerichtete Unternehmen besonders positiv ist. Darüber hinaus unterstützen niedrigere Zinssätze den Immobilienmarkt. Die Verfügbarkeit von billigerem Geld wirkt sich auf die Märkte im Allgemeinen positiv aus. Es gibt zudem eine ganze Reihe von Bottom-up-Themen, die wichtig sind. Stand heute würde ich sagen, die wichtigsten sind Inlandsinvestitionen, Technologie und KI sowie Wohnungsbau.

 

Gibt es Branchen, in die Sie aktuell nicht investieren wollen?

Weldon: In unserem Fonds für kleinere Unternehmen konzentrieren wir uns eher auf Aktiengesellschaften mit höherer Qualität und meiden solche mit schwachen Bilanzen und geringer Rentabilität. Es gibt eine Reihe dieser letztgenannten Unternehmen im Biotech-Bereich, der tendenziell hoch spekulativ ist. Wir ziehen es vor, in die Firmen zu investieren, die spekulative Unternehmen beliefern, anstatt direkt in diese Biotechnologie-Firmen selbst zu investieren.

 


Über den Interviewten:

Cormac Weldon leitet seit 2014 das Team für Aktien US-amerikanischer Unternehmen bei Artemis Investment Management. Zudem verantwortet er als Portfoliomanager die Aktienfonds Artemis US Select und Artemis US Smaller Companies. Zuvor hatte Weldon bereits bei Threadneedle Asset Management eine vergleichbare Position inne. Weitere Stationen seiner beruflichen Laufbahn waren KPMG, Provident Mutual Life Assurance sowie der British Gas Pension Fund.

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