Themen
TopThemen
Fonds
Fondsvergleich Märkte Finanzberatung
Versicherungen
Boulevard
Experten
Denker der Wirtschaft
Krypto
Services
Academy Newsletter Veranstaltungskalender

Einbruch oder Spekulationsblase US-Aktien stehen nur 2 Möglichkeiten offen

Seite 2 / 2

Shiller-KGV liegt sehr hoch

Gemessen an den aktuellen Gewinnen ist der amerikanische Aktienmarkt gar nicht so viel teurer als der europäische. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei 20,2 für den S&P 500 und bei 18,9 für den Stoxx Europe 600 (Grafik unten). Damit spiegeln die Kurse zum großen Teil tatsächlich erreichte Unternehmensgewinne wider. Interessant wird es allerdings, wenn man das Shiller-KGV misst. Die nach dem Nobelpreisträger Robert Shiller benannte Kennzahl setzt Aktienkurse mit den Unternehmensgewinnen der vergangenen zehn Jahre ins Verhältnis. „Normalerweise schwankt es zwischen 10 und 20“, sagt der Leiter der Kapitalmarktanalyse von Starcapital, Norbert Keimling, mit Blick auf Marktdaten seit 1881 und merkt an: „Immer wenn es über 22 lag, gab es anschließend lange Stagnationsphasen.“ Derzeit liegt das Shiller-KGV laut Keimling in den USA bei 24,9, das in Europa bei 15,7. „Der Markt ist teuer“, folgert er.

Quelle: Bloomberg ∙ Illustrationen: lushik/iStock, pop jop/iStock, Zelimir Zarkovic/iStock, Vinod Sonin

Auch Shiller selbst findet US-Aktien teuer, fragt sich aber, ob man sie nicht doch noch kaufen sollte. „Anleger werden Trumps Wirtschaftspolitik fälschlicherweise als den Beginn einer neuen Ära interpretieren“, so der Ökonom zur Zeitung „Die Welt“. Trump könne auf diese Weise an den Märkten eine richtige Blase schaffen. Was sicherlich vorerst weiter für US-Aktien sprechen würde – bis die Blase platzt.

Dagegen sprechen wiederum die Argumente von Otmar Lang, der die US-Notenbank, die Fed, ins Feld führt. „Fährt die Fed tatsächlich konsequent den Kurs der Zinswende, wird der Dollar sehr schnell die Parität zum Euro erreichen. Und das würde US-Aktien 2017 nicht guttun“, so der Chefvolkswirt der Targobank. In der Tat würde es die Verzweiflung der Anleger senken, wenn es wieder Zinsen auf Erspartes gäbe. Und das würde Aktien etwas weniger interessant machen. Außerdem findet Lang, dass die Börsen-Rally Ende 2016 bereits alle Trump-Vorteile eingepreist hat. „Dass hier jedoch aus verschiedenen Gründen Abstriche gemacht werden müssen, scheint bislang niemand einzukalkulieren“, so der Volkswirt. Somit gibt es im neuen Jahr zwei Hauptmöglichkeiten für US-Aktien: Entweder sie laufen schlecht, oder sie laufen in eine Spekulationsblase hinein. Beides ist sicherlich nicht sehr angenehm.

nach oben