Fondsmanager Martin Brückner

Fondsmanager Martin Brückner

„Eine sinnvolle Diversifikation wird immer schwieriger“

Martin Brückner ist Fondsmanager des First Private Wealth (WKN: A0KFUX).

DAS INVESTMENT.com: Worin liegt im aktuellen Marktumfeld die größte Herausforderung für einen Absolute-Return-Manager?

Martin Brückner: Zum einen natürlich in der lockeren Geldpolitik der Zentralbanken. Das hebt nahezu alle Anlageklassen auf ein Preisniveau, das langfristigen Investoren keine attraktiven Renditen mehr bietet. Zum anderen wird eine sinnvolle Diversifikation angesichts der extrem starken Korrelation immer schwieriger. Es gibt nur noch einen großen Topf mit Risiko-Assets und einen stetig kleiner werdenden Topf von qualitativ hochwertigen Anlagen, die dann steigen, wenn die anderen fallen.

DAS INVESTMENT.com: Wie reagieren Sie in Ihrem Fonds darauf?

Brückner: Wenn wir unser langfristiges Renditeziel von 6 bis 12 Prozent pro Jahr erreichen wollen, bleibt uns nichts anderes übrig, als die Allokation möglichst aktiv zu steuern. Zudem versuchen wir, durch Arbitrage-Strategien Erträge zwischen den einzelnen Anlageklassen zu generieren.

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DAS INVESTMENT.com: Haben Sie ein Beispiel?

Brückner: Nehmen Sie die Ertragsquelle Rohstoffe. Dort können Sie Futures oder Aktien kaufen und in Rohstoffwährungen investieren. Das letztgenannte Segment halten wir aktuell für deutlich überbewertet. Deshalb haben wir einige Long-Positionen auf Silber, Kupfer und Gold und gehen gleichzeitig im Austral-Dollar short. Das ist allerdings nur eine relative Wette – insgesamt gewichten wir Rohstoffe derzeit deutlich unter.

DAS INVESTMENT.com: Weil eine Rezession droht?

Brückner: Das gesamtwirtschaftliche Umfeld wird schwach bleiben, vor allem in Europa und Asien. Trotzdem wäre es gefährlich, in dieser Erwartung allzu forsch auf fallende Börsen zu wetten – schließlich steht voraussichtlich bereits im September die nächste Lockerung der US-Geldpolitik an. Unsere Netto-Aktienquote liegt deshalb immer noch bei rund 20 Prozent.

DAS INVESTMENT.com: Und wo fühlen Sie sich derzeit am besten aufgehoben?

Brückner: Unter anderem in den Währungen von Staaten wie Norwegen, Schweden, Kanada oder Singapur. Dort ist die Geldpolitik noch nicht von der Schuldenkrise dominiert. Ferner haben wir den Anteil kurzlaufender Unternehmensanleihen jüngst noch einmal erhöht. Im Fokus stehen dabei Firmen, die wie die Kabelnetzbetreiber Unitymedia oder Kabel Deutschland einen großen Teil ihres Umsatzes im Inland erzielen und deren Geschäftsmodell vergleichsweise geringen zyklischen Schwankungen unterliegt.  

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