"Eine wirkliche Schnapsidee"

Erstes Bundesland möchte Immobiliensteuer drastisch anheben

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Die neue Landesregierung in Bremen will eine sogenannte Heuschreckensteuer einführen. Laut Koalitionsvertrag von SPD und Grüne soll die Grunderwerbsteuer für Käufer von Objekten mit mehr als 50 Wohneinheiten von derzeit 5 Prozent auf 19 Prozent erhöht werden, schreibt das "Handelsblatt“. Dadurch soll der Wohnungsmarkt nicht zum Spekulationsobjekt werden. Das Ziel sei es mögliche Spekulanten zu treffen und normale Investoren nicht abzuschrecken, sagte der Landesvorstandssprecher der Bremer Grünen, Ralph Saxe. Kritik an der Heuschreckensteuer
Kritik an dem Vorhaben kommt vom Beratungsunternehmen Dr. Lübke Kelber. Geschäftsführer Ulrich Jacke glaubt, dass Investoren sich vor der Einführung der Steuer von ihren Beständen in Bremen trennen werden, weil die Preiseinbußen bis zu 14 Prozent betragen könnten. Dementsprechend sein die Pläne auch eine wirkliche Schnapsidee, so Jacke. Auch der Immobilienexperte beim Wirtschaftsforschungszentrum IW Köln, Michael Voigtländer, warnt vor der Steuer: „Investoren aus einem Markt zu treiben, ist ein gefährliches Spiel“, gerade mit Blick auf den knappen Wohnraum in Bremen. Der Deutsche Mieterbund hingegen begrüßt die Initiative. Doch Geschäftsführer Ulrich Ropertz verweist darauf, dass große Investoren beim Kauf von Wohnungen eh häufig keine Grunderwerbsteuer zahlen. Sie würden nicht die Mietshäuser direkt kaufen, sondern knapp 95 Prozent der Anteile an der Gesellschaft, die die Gebäude hält. Dann fällt keine Grunderwerbsteuer an.