Markus Hampel, Wholesale-Chef von MFS in Deutschland Foto: Andreas Mann

Gespräch über MFS in Deutschland

„Einem Heißsporn-Investor sind wir wohl zu langweilig“

DAS INVESTMENT: Wie ist MFS in Deutschland aufgestellt?

Markus Hampel: MFS ist seit rund zwölf Jahren mit einer Niederlassung in Deutschland vertreten. Derzeit stehen wir in Frankfurt unseren Kunden mit sieben Kollegen zur Verfügung, davon drei für die institutionellen Investoren und vier für das Geschäft über Vertriebspartner, den Wholesale-Bereich. Tendenz steigend. Ich bin Ende 2018 hinzugestoßen mit der Aufgabe, Präsenz und Wahrnehmung von MFS speziell im Wholesale-Bereich zu stärken. Wir konnten seitdem personell aufstocken und sowohl unsere Marke stärken als auch das verwaltete Vermögen ausbauen. Mittlerweile werden unsere Strategien immer wieder in den Bestseller-Listen unserer Vertriebspartner genannt.

Wie lauten Ihre Ziele hierzulande?

Hampel: In den USA steht MFS seit beinahe 100 Jahren seinen Partnern und deren Kunden verlässlich mit seinem Erfahrungsschatz zur Verfügung. Diese Partnerschaften wollen wir auch in Deutschland weiter auf- und ausbauen. Das braucht Zeit, da Partnerschaften langfristig wachsen müssen. Wir werden weiteres Personal einstellen und arbeiten zudem an mehreren neuen deutschsprachigen Kommunikations- und Service-Angeboten. Aktuell entwickeln wir beispielsweise eine neue deutsche Website, die wir hoffentlich bis Jahresende live schalten können. Unser Ziel ist es, verantwortungsvoll Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen und auch in Deutschland als einer der angesehensten und erfolgreichsten Vermögensverwalter anerkannt zu werden.

Wie wichtig ist der deutsche Markt für MFS?

Hampel: Sehr wichtig, Deutschland ist neben Italien und Spanien einer unserer drei Fokusmärkte außerhalb der USA.

Was zeichnet das Unternehmen aus?

Hampel: MFS steht für aktives, verantwortungsvolles und langfristiges Investieren. Wir sind aktive Manager aus Überzeugung. Wir schaffen langfristige Werte und unser diszipliniertes Risikomanagement steht dabei im Fokus. Wir sind ein auf Zahlen und Fakten konzentriertes Haus, eher unaufgeregt, ruhig und mit dem notwendigen Weitblick. Unsere Investoren profitieren von unserem immensen Erfahrungsschatz, unserer internationalen Research-Plattform, unserem erfahrenen Investmentpersonal und nicht zuletzt von unserer Transparenz und Verlässlichkeit.

Was mögen die deutschen Kunden an MFS, was nicht?

Hampel: Unsere Philosophie und Grundwerte sind für unsere Vertriebspartner und deren Kunden enorm wichtig. Wir hören immer wieder von Kunden, dass sie die besonnene und eher risikoaverse Art, wie wir investieren, sowie den verlässlichen, verantwortungsvollen Umgang mit unseren Kunden und Partnern mögen. Ich kann mir vorstellen, dass wir einem Heißsporn-Investor zu langweilig und unaufgeregt sind.

Und welche Fonds kommen gut an?

Hampel: Speziell unsere vermögensverwaltende Strategie Prudent Capital hat in den vergangenen Monaten große Aufmerksamkeit auf sich gezogen, sowohl nachfrageseitig als auch medial. „Prudent“ bedeutet so viel wie Umsicht. Verlustminimierung mit dem Ziel des langfristigen Kapitalzuwachses steht für unsere Portfoliomanager im Vordergrund. Die Strategie hat während der Markteinbrüche im vierten Quartal 2018 und im ersten Quartal 2020 ihre Stärke bewiesen. Beide Abschwünge haben wir unbeschadet überstanden. So hat die Euro-Anteilsklasse das Jahr 2018 positiv abgeschlossen und war auch in der Corona-Krise bereits Ende März 2020 wieder im positiven Terrain. Das können nicht viele Mischfonds vorweisen.

Ebenfalls reges Interesse sehen wir an unserem Aktienfonds Global Intrinsic Value, der trotz der Corona-Krise bislang mit einem starken Ergebnis überzeugt. Außerdem liegt ein Fokus der Anleger schon seit langem auf unserem European Research, einem europäischen Aktien-fonds, der nach einem Best-Ideas-Prinzip von elf Analysten geführt wird. Auf der Fixed-Income-Seite stehen der Global Opportunistic Bond und der Emerging Market Debt derzeit besonders hoch in der Gunst vorwiegend professioneller Anleger.

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