Eingestürzte Aktien

Die Besitzer von Immobilienaktien haben in diesem Jahr bislang nichts zu lachen. Während die Aktienindizes für die breiten Märkte bereits wieder an ihren Höchstständen kratzen oder sogar neue erreichen, bleiben die Titel der Hausvermieter schwach. Was die Aktienkurse einstürzen ließ, war die Immobilienkrise in den USA. Dort fallen nach einem jahrelangen Aufwärtstrend seit einigen Monaten die Hauspreise. Inzwischen kollabierten einige amerikanische Baufinanzierer wegen geplatzter Hypothekendarlehen. Aus Angst, die Krise könne nach Europa überschwappen, stießen Investoren auch hierzulande reihenweise Immobilienaktien ab.

So kam es, dass beispielsweise der österreichische ATX Real Estate Index seit Jahresbeginn mit 20 Prozent im Minus liegt. Im Durchschnitt notieren die Indexmitglieder nun bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von nicht einmal 11. Am europäischen Aktienmarkt sind dagegen derzeit KGVs von 13 und mehr üblich. Die Aktien des Immo-Index sind somit um fast 20 Prozent billiger als der europäische Durchschnitt. Eine echte Gelegenheit für Schnäppchenjäger.

Das sehen auch die Zertifikate-Experten von ABN Amro so und legen nun das Papier zum Index auf. Anleger können damit ein Paket aus acht österreichischen Immobilienunternehmen kaufen. Dabei fällt jedoch unangenehm auf, dass das Schwergewicht Immoeast gleich ein Drittel des Index ausmacht. Es folgen CA Immobilien Anlagen, Conwert Immobilien Invest und Immofinanz mit jeweils gut 15 Prozent. Die Tatsache, dass die Hälfte von Immoeast noch der Immofinanz gehört, macht die Indexstreuung nicht gerade feiner. Sollte also Immoeast einmal Probleme bekommen, ist fast die Hälfte des ATX-Immobilienindex davon betroffen.

Anleger sollten sich zudem darüber im Klaren sein, dass die Unternehmen ihre Immobilien vor allem im deutschsprachigen Raum und Osteuropa kaufen. Sie haben somit den zusätzlichen Charme, aber auch das Risiko der schnell wachsenden Schwellenländerwirtschaften. Allein Immoeast hat Häuser aus nahezu dem gesamten ehemaligen Ostblock im Portfolio. Schwerpunkt ist Rumänien mit 32,2 Prozent.

Zum Zertifikat: Zwar fließen dem Anleger keine Dividenden zu. Die machen jedoch derzeit ohnehin nur 0,04 Prozent vom Kurswert aus. Eine Managementgebühr berechnet ABN Amro nicht. Dafür wirkt die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs (Spread) mit 2 Prozent recht happig.

DAS-DERIVAT-URTEIL: Ein guter Tipp für Antizykliker, die gern gefallene Engel einsammeln und zudem Schwellenländer mögen. Sie sollten jedoch das Klumpenrisiko beachten und regelmäßig nachsehen, wie es Immoeast geht.