Einigung mit Griechenland

Tsipras knickt ein

//

Nachdem er sechs Monate lang gegen die Sparpolitik angerannt war und damit lediglich eine Verschärfung der Finanzmisere sowie ein Abwürgen der Konjunktur erreichte, wurde ihm auf dem Sondergipfel des Euroraums in Brüssel kein das Gesicht wahrender Kompromiss angeboten. Das von hartnäckigen Kontroversen gekennzeichnete Treffen dauerte 17 Stunden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte nach der Tagung, Vertrauen müsse wieder aufgebaut werden und Griechenland müsse die Verantwortung für die vereinbarten Maßnahmen übernehmen. Es gehe jetzt darum, die Vereinbarungen Schritt für Schritt umzusetzen.

Die Bedingungen, die Tsipras akzeptierte, umfassen eine Liste von bislang nicht erfüllten Forderungen aus den vorangegangenen Rettungsprogrammen für Griechenland. Darüber hinaus soll Athen staatliche Aktiva im Umfang von 50 Milliarden Euro an eine Holdinggesellschaft übertragen, die sie verkaufen oder sonst wie zu Geld machen soll. Tsipras Plädoyer für einen Schuldenschnitt wiesen die Gläubiger zurück.

Merkel stellte Gespräche über die Streckung von Zinszahlungen sowie über längere Laufzeiten in Aussicht, sobald eine günstige Prognose für die neuen Vorhaben vorliege.

Mehr zum Thema
Aktienmärkte atmen auf„Die Deflationsgefahr ist gedämmt“Vorschläge eingereichtGriechenland will 53,5 Milliarden Euro Hilfen