Anders herum kann in einem offensiven Dachfonds die Aktienquote indirekt dauerhaft über 50 Prozent liegen. Damit genießen auch die darin enthaltenen Rentenfonds den Steuerrabatt. Das ist dann ein Vorteil.

Alrik Haug, Reuss Private Deutschland

Das schwierigste Hindernis auf dem Weg zum eigenen Dachfonds ist die Einstiegssumme. Denn um ihn rentabel auf die Beine zu stellen, sind etwa 10 Millionen Euro nötig. Erst dann verteilen sich die festen Kosten für Regulierung und Berichtswesen auf eine ausreichende Masse.

Alrik Haug spricht deshalb von einer Evolution. „Ein 34f-Berater sollte zunächst mit einer Fondsvermögensverwaltung beginnen. Später, wenn sein Geschäft gewachsen ist und er etwa 30 Millionen Euro betreut, kann er über Dachfonds nachdenken“, so das Vorstandsmitglied von Reuss Private Deutschland. Wer in seinem Haus eine FVV startet, sollte nach einem Jahr bei etwa 2 Millionen Euro sein.

Beim Apella Wertpapierservice aus Neubrandenburg sollen es „relativ schnell mindestens 5 Millionen Euro“ sein, wie Fondsdirektor Ulrich Harmssen sagt. In anderen Häusern sehen die Summen ähnlich aus.

Dabei genießt der Berater einen weiteren Vorteil gegenüber dem Dachfonds. Denn eine FVV unterliegt nicht direkt der Ucits-Richtlinie. Die regelt, dass eine Position in einem Fonds generell nicht mehr als 10 Prozent des Vermögens ausmachen darf. Für Dachfonds gilt eine Ausnahme, sie dürfen immerhin 20 Prozent in eine Position packen. Macht im Umkehrschluss bei Vollinvestition mindestens fünf Fonds im Portfolio, meist mehr. Bei einer FVV kann man theoretisch deutlich konzentrierter zu Werke gehen, auch wenn es in der Praxis häufig nicht der Fall ist. BN & Partners setzt das Minimum bei fünf Fonds und das Maximum bei 20 an. „Die Fonds sind ja schließlich selbst schon sehr breit gestreut“, meint Alrik Haug dazu. Das sehen andere Haftungsdächer offenbar ähnlich, bei Apella liegt das Maximum bei 15 Fonds, und BCA hat eine Spanne zwischen 5 und 20 Fonds bestimmt.

Einen eher pikanten Unterschied zwischen Dachfonds und FVV kann man wahlweise als Vor- oder Nachteil sehen: die Transparenz. Wer einen Dachfonds betreut, ist durchschaubar. Es ist ein Produkt mit einer Kennnummer (ISIN), einem rechtlich geregelten Informationsblatt (KIID) und einem börsentäglichen Nettoinventarwert (NAV). Das kann für den 34fler Fluch und Segen zugleich sein, je nachdem, welche Wertentwicklung er erreicht. „Man steht dort stark in der Verantwortung und muss sich beweisen“, meint auch Haug.

Thorsten Mohr hat das offenbar hinbekommen. Seine Dachfonds leben, und auf seiner Website finden sich Gütesiegel von Finanzverlagen und der Rating-Agentur Morningstar. Mit einer FVV bekommt man so etwas nicht.