Elektromobilität Wie Anleger mitverdienen können

Autoproduktion in Japan: Die Elektromobilität wird die Branche komplett verändern – und Anleger können davon profitieren. | © Getty Images

Autoproduktion in Japan: Die Elektromobilität wird die Branche komplett verändern – und Anleger können davon profitieren. Foto: Getty Images

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Der 10. April 2017 war ein denkwürdiger Tag für die Automobilhersteller rund um den Globus. Tesla, der US-amerikanische Hersteller von Elektroautos erreichte einen Börsenwert von 51 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen war damit erstmals der wertvollste Autokonzern der USA, vor General Motors und Ford.

Dieser 10. April ist ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass die automobile Elektrifizierung vermutlich die größte Veränderung in der gesamten Branche ist, seit Henry Ford den Herstellungsprozess revolutionierte und das erste massenhaft produzierte Fahrzeug weltweit vom Band lief. Dabei ist die Idee, Elektrizität für den Fahrzeugantrieb zu nutzen, nicht neu.

E-Mobiliät am Übergang zum Massenmarkt

Tatsächlich machten batterieelektrische Fahrzeuge zu Beginn des 20. Jahrhunderts über ein Viertel aller Autos auf den Straßen aus. Die Ironie dabei: Das T-Modell von Ford zementierte den Verbrennungsmotor als die vorherrschende Antriebstechnologie und besiegelte damit das vorläufige Ende der Elektrofahrzeuge. Mehr als hundert Jahre später kehren sie nun zurück. Unserer Ansicht nach befinden wir uns heute am Übergang zu einem Massenmarkt für Elektrofahrzeuge. Diese Entwicklung hat erhebliche Folgen für die Automobilhersteller und die damit verbundenen Lieferketten. Die signifikante Veränderung der Fahrzeugarchitektur wird wahrscheinlich neben Gewinnern wohl auch Verlierer hervorbringen.

Unterschiedliche Strategien der Automobilhersteller

Bislang verfolgen die Fahrzeughersteller sehr unterschiedliche Strategien, wenn es um Umfang und Art der Elektrifizierung ihrer Modellpalette geht. Erheblichen Einfluss darauf hat das Zusammenspiel aus staatlicher Regulierung, technologischer Entwicklung und Präferenzen der Konsumenten. Einer der Hauptunterschiede hat mit den verschiedenen Typen von Elektrofahrzeugen zu tun. Mild- und Plugin-Hybride bieten sowohl Automobilherstellern wie auch Verbrauchern kurzfristig Vorteile. Erstere können dank dieser Technik Emissionsvorschriften besser einhalten und bestehende Produktionsanlagen nutzen, da sie auf vorhandene Modelle aufsatteln. Damit entfallen hohe Investitionen.

Aus der Hybrid-Fahrzeuge nur eine Frage der Zeit

Längerfristig erwarten wir jedoch, dass das reine E-Auto, das von vornherein als Elektrofahrzeug konzipiert ist, die Technologie der Wahl für Verbraucher wie Hersteller gleichermaßen sein wird. Elektrifizierungstechnologien entstehen und entwickeln sich rasant, was zu Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen führt. Letztendlich ist ein Fahrzeug mit zwei Antriebssträngen komplexer und teurer, sodass Hybrid-Fahrzeuge die kostspieligere Variante sind, sobald die Batteriekosten deutlich sinken. Außerdem können bei Autos, die ausschließlich als Elektrofahrzeug konzipiert sind, die Batterien besser untergebracht werden. Das erhöht die Reichweite und schafft mehr Platz im Innenraum. Beides kommt den Verbrauchern zugute. Nicht umsonst konzentrieren sich viele Neueinsteiger in der Autoherstellung wie Tesla, BYD, Neo und Byton auf Batterie-Elektrofahrzeuge und nicht auf die Hybridtechnologie.

Die nachfolgende Grafik zeigt die globale Verfügbarkeit von E-Fahrzeugen in den Jahren 2012 bis 2022: