1. Ihre erste prägende Erfahrung zum Thema Geld?
Mit 13 Jahren habe ich in der Zeitung etwas über das Unternehmen Bremer Lagerhaus gelesen, einen Hafenbetreiber aus Norddeutschland. Ich war wie besessen davon, ein paar Stücke zum damaligen Kurs von etwa 7 Euro zu kaufen und überredete meine Eltern, ein Depot für mich zu eröffnen
2. Wären Sie nicht Fondsmanager geworden, wären Sie heute …
… Bauingenieur
3. Haben Sie ein berufliches Vorbild?
Nein. Unser Berufsfeld hält einfach zu viele Herausforderungen und Fallstricke bereit, da muss jeder seinen eigenen Weg und Stil finden
4. Welche andere Persönlichkeit imponiert Ihnen oder fasziniert Sie?
Auch wenn seine Person oft kontrovers diskutiert wird, ist für mich Elon Musk der Albert Einstein unserer Zeit
5. Welches Buch sollte jeder Fondsmanager gelesen haben?
„One Up On Wall Street” von Peter Lynch
6. Wie motivieren Sie sich, wenn Sie mit Ihrem Fonds einmal hinter der Konkurrenz zurückbleiben?
Die Kernkompetenz meines Teams ist es, Profiteure von strukturellen Investmentthemen zu identifizieren und sich langfristig an diesen zu beteiligen. Hinkt die Wertentwicklung unseres Fonds einmal hinterher, heißt das, dass die investierten Unternehmen zu einem günstigeren Preis zu haben sind. Damit ist es umso interessanter, sie zu besitzen, denn die Chance auf eine starke Wertentwicklung steigt
7. Und die Belohnung, wenn Sie alle anderen abgehängt haben?
Dann gehe ich ein richtig gutes Wiener Schnitzel essen, obwohl ich eigentlich vegetarisch lebe
8. Ihr bislang schönstes Erlebnis als Fondsmanager?
Wenn ich bei Kunden Überzeugung für unseren Ansatz spüre
9. Welchem verpassten Investment trauern Sie noch heute nach?
Die US-Restaurantkette Chipotle Mexican Grill ist eine echte Wachstumsstory. Hier nicht investiert zu haben ist besonders ärgerlich, da ich mich während eines Auslandssemesters in Kalifornien mehrfach vom Geschmack und der Qualität der Produkte überzeugen konnte
10. Worüber haben Sie sich in jüngster Zeit so richtig geärgert?
Darüber, dass ökonomische Grundprinzipien durch Preisbremsen oder Pauschaltickets mit Füßen getreten werden. Adam Smith würde sich im Grabe umdrehen
11. Und wem würden Sie gern einmal gehörig die Meinung sagen?
Meinen Berufsschullehrern, denen kritisches Denken stets ein in Dorn im Auge war
12. Was sammeln Sie?
Ersatzteile für meine Youngtimer. Ich besitze zwei alte BMWs des Typs E30
13. Ihre liebste TV-Serie?
Ich besitze keinen Fernseher
14. Und Ihr Lieblings-Song?
Ich bin Fan elektronischer Musik. Diverse Tracks faszinieren mich. Alle paar Wochen bin ich im Robert Johnson in Offenbach, einem der besten Techno-Clubs der Welt. Den neuesten Song, den ich dort aufgeschnappt habe, war „Bliss Science“ von Clint
15. Die nützlichste App auf Ihrem Handy?
Google Maps und Blitzer.de Pro
16. Fußball ist für mich …
... nicht relevant
17. Auf welchen Luxusartikel würden Sie nur ungern verzichten?
Auf den Negroni, einen klassischen italienischen Cocktail mit bittersüßem Geschmack
18. Welches Streitthema kehrt bei Ihnen zu Hause immer wieder?
Vergessene Kabel, die unserem Staubsaugerroboter bei der Arbeit zum Verhängnis werden
19. Mein Urlaub ist perfekt, wenn …
… er nicht zu langatmig ist. Ich liebe Kurztrips und Wochenendausflüge
20. Wein oder Bier zum Essen?
Mal so, mal so
21. Welches Hilfsprojekt haben Sie jüngst finanziell unterstützt?
Unsere Investmentstrategie umfasst einen eigenen Nachhaltigkeitsansatz, den ich aktiv mitgestalten kann. Ich denke, dass ich hier den größten Hebel habe, um für Gesellschaft und Umwelt einen positiven Beitrag zu leisten. Denn der Ansatz, mit dem wir Kundengelder allokieren, ergänzt die Nachhaltigkeitsvorgaben des Regulators in sinnvoller Weise: In Europa besteht oft Konsens darüber, sich von schwierigen Branchen wie zum Beispiel dem Rohstoffabbau fernzuhalten. Doch genau dort gilt es, sich aktiv zu beteiligen, um Einfluss nehmen zu können und zudem China das Spielfeld nicht allein zu überlassen
22. Wo wollen Sie leben, wenn Sie einmal nicht mehr Fondsmanager sind?
An einem Ort, an dem meine Familie und meine besten Freunde alle vereint sind
Jan-Christoph Herbst: Der 1989 in Oldenburg geborene Niedersachse absolviert nach dem Abitur eine Banklehre bei der Oldenburgischen Landesbank und studiert anschließend Finanzwissenschaften in Frankfurt und den USA. Seit März 2013 arbeitet er für Mainfirst in Frankfurt und betreut dort unter anderem den Mainfirst Global Equities, den Mainfirst Absolute Return Multi Asset und den Mainfirst Megatrends Asia.


