Wer sich mit den Renditezielen und dem Erwartungsmanagement verschiedener Eltifs beschäftigt, versteht schnell, wie unterschiedlich die dahinterstehenden Anlagestrategien und die mit ihnen verbundenen Chance-Risiko-Verhältnisse sein können, ja sogar sein müssen.
Anders lässt sich kaum erklären, warum die Commerz Real beim Klimavest mit 3,5 bis 4,5 Prozent pro Jahr wirbt, M&G für den M&G Corporate Credit Opportunities schon „Eonia plus 600 Basispunkte pro Jahr“ avisiert, Liquid mit seiner Offerte 12 Prozent pro Jahr durchschnittliche Rendite anpeilt und Moonfare sogar 10 bis 15 Prozent pro Jahr aufruft. Es macht eben einen Unterschied, ob man mittels unternehmerischer Beteiligungen in Wind- und Solarparks investiert, in Privat Debt oder als Co-/ direkter Investor in Privat Equity.
Diversifikation bietet den größten Schutz
Was uns zu der Frage führt, wer derartige Investments eigentlich beurteilen kann. Wer es sich zutraut, muss nicht nur über die erforderlichen Informationen, sprich die notwendige Transparenz verfügen, die Konstruktionen, die verfolgten Strategien und die Arten der Zielinvestments verstehen, er muss auch die Erfolgsbilanz der dahinterstehenden Initiatoren beurteilen können.
Machen wir uns nichts vor: Für den Umgang mit Eltifs bedarf es spezieller Expertisen. Hier kommt die Stunde der Consultants, die so etwas können, die Produkte für andere prüfen und Empfehlungen aussprechen.
Aber auch das wird vor Überraschungen nicht schützen, weshalb die Diversifikation, neben dem Sachverstand, wie immer den größten Schutz bietet. Auch und vielleicht gerade bei Eltifs gilt der alte Grundsatz: Breite Streuung, nur kleinere Teile des Vermögens.
Und ist das Vermögen zu klein? Vielleicht sollte man dann auch nicht in Eltifs investieren. Die bisherigen gesetzlichen Rahmenbedingungen sahen nicht von ungefähr Mindestvermögen und Beteiligungsgrenzen vor.
Über den Autor:
Björn Drescher ist Vorstand bei Drescher & Cie.
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