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Investments in Privatmärkte Was ELTIFs für Privatanleger so spannend macht

Bankenviertel La Defense in Paris
Bankenviertel La Defense in Paris: ELTIFs dürften in den nächsten Jahren zum bevorzugten Vehikel für den Vertrieb von Privatmarktanlagen durch Banken und Finanzdienstleister in Europa werden. | Foto: Imago Images / Eibner
Benjamin Fischer, BlackRock

Schon seit längerem suchen immer mehr Privatanleger in Europa den Zugang zu den Vorteilen der Privatmärkte. Banken und Finanzdienstleister benötigen skalierbare und effiziente Möglichkeiten, um ihren Kunden diese Anlageklasse anbieten zu können. Zum bevorzugten Instrument, um genau diese Nachfrage zu decken, hat sich der European Long-Term Investment Fund (ELTIF) entwickelt. Kein Wunder: Er bietet einen einfachen Zugang zu den Privatmärkten und ist dabei äußerst vielseitig einsetzbar.

Im Jahr 2015 mittels einer Verordnung der EU ins Leben gerufen, haben ELTIFs Ende 2022 ein Volumen von 10 Milliarden Euro erreicht. Seit der Einführung werden kontinuierlich neue ELTIFs aufgelegt. Diese haben sich zwischenzeitlich auf 84 ELTIFs summiert. Prognosen der Alternative Investment Management Association (AIMA) sehen den Markt in den nächsten fünf Jahren um weitere 100 Milliarden Euro anwachsen.

Privatmärkte mit attraktiven Renditen

Angesichts steigender Inflation, schwächeren Wachstums und höherer Zinsen suchen immer mehr Anleger nach Lösungen, um ihr Portfolio besser zu diversifizieren und resilienter aufstellen können. Gerade bei vermögenden Privatkunden sind die attraktiven Renditen der Privatmärkte in den Fokus gerückt. Branchenkenner erwarten dabei die größten Nettozuwächse in Private-Equity- und Infrastrukturanlagen.

Als einer der Pioniere am ELTIF-Markt hat BlackRock bereits die Platzierung eines Private-Equity- und eines Infrastruktur-ELTIFs erfolgreich abgeschlossen. Als globaler Vermögensverwalter haben wir dadurch nicht nur viel über das neue Anlageinstrument gelernt, sondern auch, wie es sich am besten in Kundenportfolios nutzen lässt.

ELTIFs in Kundenportfolios – die Erkenntnisse von BlackRock:

  1. Das benötigte Fachwissen, um ELTIFs zu vertreiben, wird oft unterschätzt.
    Wir bieten daher für diesen zentralen Prozess für unsere Vertriebspartner entsprechende Schulungen für Berater an.
  2. Eine ganzheitliche Perspektive bei der Portfoliokonstruktion ist wichtig.
    Wir haben in unsere Portfolioanalyse-Systeme investiert, um hierbei unseren Vertriebspartnern zu helfen. Denn Banken und Finanzdienstleister sollten Privatmarktanlagen aus einer ganzheitlichen Perspektive betrachten. Das heißt, wenn sie Allokationen an den Privatmärkten erwägen, sollten sie dies im Kontext des Gesamtportfolios eines Kunden tun und nicht nur das einzelne Produkt mit seinen individuellen Vorteilen betrachten.
  3. Sourcing ist von zentraler Bedeutung für die Wertentwicklung.
    Daher sollten Limited Partners stets sicherstellen, dass ihre General Partners in der Lage sind, qualitativ hochwertige Portfoliounternehmen bilateral, außerhalb des Marktes und über weitreichende Sponsoren-Netzwerke zu beschaffen.
  4. Banken und Finanzdienstleister müssen mit allen Phasen eines ELTIFs vertraut sein. Dies reicht vom Onboarding bis hin zur Ausschüttung der Erlöse.
  5. Liquidität und Transparenz müssen klar angesprochen werden.
    Es dürfen keine Missverständnisse entstehen in Hinsicht auf die nicht vorhandene oder nur sehr begrenzte Liquidität, die Anleger bei ihren ELTIF-Investments erwarten.
  6. Die Vorbereitung des Vertriebs von ELTIFs erfordert einen langen Atem.
    Die Vorbereitungsphase kann bis zu sechs Monate dauern. Dazu gehören die Due-Diligence-Prüfung, die Abstimmung des Abwicklungsprozesses, der Abschluss der Vertriebsvereinbarung, die Ausarbeitung und Abstimmung von Marketingmaterialien sowie die Schulung der Anlageberater. Zudem kann die Platzierungsphase mehr als ein Jahr dauern und muss mit der Vorbereitungsphase koordiniert werden.

Regulierung fördert ELTIF-Absatz

ELTIFs sind aus Sicht europäischer Banken und Finanzdienstleister derzeit nahezu das einzige Anlageinstrument, das einen skalierbaren, grenzüberschreitenden Vertrieb von Privatmarktanlagen an Privatanleger in Europa ermöglicht. Diese strukturellen Vorteile sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass führende Banken aus Deutschland, Frankreich und Italien ELTIFs in ihr Angebot aufgenommen haben. BlackRock ist überzeugt davon, dass ELTIFs in den nächsten Jahren zum bevorzugten Vehikel für den Vertrieb von Privatmarktanlagen durch Banken und Finanzdienstleister werden.

 

Hinzu kommt, dass der Europäische Rat und das Europäische Parlament sich auf neue Regeln für den ELTIF geeinigt haben. Die Novelle soll voraussichtlich in Kürze im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht werden und im ersten Quartal 2024 in Kraft treten. Wir gehen davon aus, dass die Neuregulierung die Portfoliokonstruktion fördern und den Anlegerschutz stärken wird.

Nicht zuletzt wird durch die damit einhergehende Akzeptanz das Wachstum des ELTIF-Marktes weiter angekurbelt. Denn zu den Ergänzungen der ELTIF-Regulierung zählen unter anderem die Erweiterung des Spektrums der zulässigen Vermögenswerte auf grüne Anleihen, Beteiligungen an Fintechs und weitere Real Assets. Es wird zudem generell mehr Flexibilität geschaffen, um ELTIFs die Investition in Fonds zu ermöglichen.

Die wichtigsten Vorteile von ELTIFs im Überblick:

  • Die EU hat den ELTIF ins Leben gerufen, weil er ein Mittel darstellt, Investitionen in Infrastruktur sowie andere langfristige Projekte und Unternehmen in der Europäischen Union sowie in anderen Ländern anzukurbeln.
  • ELTIFs sind europaweit investierbar und können dank des einheitlichen EU-Passes grenzüberschreitend vertrieben werden. Zudem können in den wichtigen Nicht-EU-Ländern Großbritannien, der Schweiz und Israel ELTIFs nach den Vorschriften für Privatplatzierungen vertrieben werden.
  • Aufgrund des reduzierten Mindestanlagebetrags erhalten neue Kundengruppen Zugang zu Privatmarktanlagen. Diese benötigen jedoch eine entsprechende Risikoaufklärung.
  • Inzwischen sind, je nach Anforderung, unterschiedliche Modelle am Markt verfügbar:
    • ELTIF-Modelle mit einmaligem Kapitalabruf weisen in der Regel einen kürzeren Investitionszeitraum und J-Kurve auf. Die potenzielle Auswirkung des Cash Drags auf den internen Zinsfuß (IRR) muss dabei beachtet werden. Dafür fällt weniger administrativer Aufwand für Banken und Finanzdienstleister und deren Anlageberater an.
    • ELTIF-Modelle mit mehreren Kapitalabrufen je nach Bedarf weisen meist einen längeren Investitionszeitraum und eine längere J-Kurve auf. Hier besteht keine Auswirkung auf den IRR. Dafür entsteht mehr Verwaltungsaufwand für Banken und Finanzdienstleister und deren Anlageberater.

Das Fazit von BlackRock zum ELTIF-Markt

Die Herausforderungen, mit denen ELTIFs in der Vergangenheit zu kämpfen hatten, werden angegangen. Die Anpassung der ELTIF-Verordnung, die Unterstützung aus der Politik in Kombination mit mehr Wissen bei Banken und Finanzdienstleistern und deren Anlageberatern sowie ein insgesamt leichterer Zugang dürften unserer Meinung nach dafür sorgen, dass die Akzeptanz von ELTIFs in den nächsten Jahren spürbar wächst.

Erfahren Sie noch mehr zum ELTIF-Thema in unserem Vortrag auf dem FondsKongress in Mannheim am 29. März 2023 um 15:50 in Saal 8.

Private Equity in Privatkundenhand
Einstiegsmöglichkeiten, Zahlen, Daten und Fakten zum ELTIF-Markt von

  • Dr. Andrea Vathje, Scope Analysis
  • Jan-Frederik Modell, BlackRock Private Equity Partners
  • Meret Rieser, BlackRock iShares & Wealth Deutschland

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