Embedded Finance gilt als wichtiger Trend in der Finanzbranche. Mit Embedded Investing nimmt nun eine Unterkategorie Fahrt auf. Hartmut Giesen erklärt in seinem Beitrag, was genau sich dahinter verbirgt und welches Geschäftspotenzial es bietet.
Eigentlich ist das Prinzip Embedded Finance ein alter Hut: Unterschiedlichen Quellen zufolge bot der Automobilhersteller Ford schon Ende der 1920er Jahre erstmals eine zusätzliche Automobilfinanzierung an.
Doch so richtig Dynamik kam erst in den letzten Jahren in das Thema, vor allem durch das Aufkommen von Banking-as-a-Service-Plattformen, mit denen über Schnittstellen Finanzdienstleistungen in Nicht-Banken-Umgebungen integriert werden können. Unternehmen ohne Banklizenz können sich an diese Plattformen andocken, und etwa Zahlungen, Kredite, Anlage- oder Sparprodukte in ihre eigenen Produkte oder Dienstleistungen einbetten.
Vorteil für Kunden: Finanzprodukte erscheinen dann, wenn sie im Lebenskontext benötigt werden: während, vor oder nach Kaufprozessen, aber auch in Loyalitäts- oder Kundenbindungsprogrammen.
Embedded Investing lange im Schatten der anderer Embedded-Märkte
Embedded Investing stand als Unterkategorie von Embedded Finance lange im Schatten der schon entwickelteren Embedded-Märkte Payments und Buy-now-pay-later, de facto gleichbedeutend mit Embedded-Krediten.
In den letzten Monaten kam in diesen Bereich deutlich mehr Bewegung. Mit Upvest und Lemon Markets treten zwei Start-ups in dieser Arena an, die von renommierten Investoren bereits mit viel Geld ausgestattet wurden. Sie bieten als vollwertige Wertpapierinstitute Investing-as-a-Service-Plattformen an, die die Grundlage für den Aufbau von Embedded-Investing-Produkten sind.
Ebenfalls zu den Akteuren gehören Vermögensverwalter wie Evergreen (selbst ein Start-up) sowie Banken wie die Raisin Bank oder die Sutor Bank. Es entwickelt sich gerade also ein Embedded-Investing-Markt, der traditionelle Investment-Firmen herausfordert: Was muss getan werden, um dabei zu sein?
Was ist mit Embedded Investing eigentlich gemeint?
Zunächst ein Blick darauf, was Embedded Investing meint: Es geht darum, Investitionen in Wertpapiere, Fonds, Kryptowerte und ähnliche Finanzinstrumente zu ermöglichen. Davon abzugrenzen sind Embedded Savings, bei denen es darum geht, reine Sparangebote in Geschäftsprozesse zu integrieren.
Embedded Investings können in zwei Richtungen zielen: Konsumnah können sie der längerfristigen Finanzierung höherwertiger Konsumgüter dienen. So sind Save-now-buy-later-Konzepte auch so etwas wie die „gesündere“ Version von Buy-now-pay-later-Krediten. Als einbettende Unternehmen kommen hier alle Anbieter von Produkten in Frage, die aus Kundensicht ein höheres Investment bedeuten.