Die Schwellenländermärkte haben aktuell nur einen Anteil von 12,1 Prozent am MSCI AC World Index:1 Was bedeutet, dass man mit Investitionen in die Emerging Markets (EM) oft ausgetretene Pfade verlässt. Aufgrund seiner Erfahrung als Schwellenländer-Fondsmanager verfügt Kristofer Barrett über ein tiefgreifendes Verständnis dieser Märkte. Somit kann er Chancen aufdecken, die perfekt zu seiner Anlagephilosophie passen: profitable Wachstumsunternehmen zum richtigen Preis zu identifizieren, mit anderen Worten, nicht zu viel für Wachstum zu bezahlen.
Um solche Chancen zu entdecken, hat er ein detailliertes Verständnis der lokalen Dynamiken entwickelt, anstatt sich ausschließlich auf makroökonomische Top-down-Ansichten oder allgemeine Anlageüberzeugungen zu verlassen. Denn das Schwellenländer-Universum umfasst eine Vielzahl von Ländern und Unternehmen, von denen einige nicht mehr der traditionellen Definition von „Schwellenländern“ entsprechen. Sie weisen häufig eine solide Unternehmensführung, attraktive Bewertungen und eine Volatilität auf, die mit den entwickelten Märkten vergleichbar ist. Unter den Schwellenländern finden wir derzeit einige der attraktivsten Chancen.
Im Folgenden stehen drei Hauptthemen in unserem Schwellenländer-Portfolio im Vordergrund: die verborgene Triebkraft der künstlichen Intelligenz (KI), Governance-Themen und inhabergeführte Unternehmen sowie spezielle, unternehmensindividuelle Wachstumschancen.
Asien: Die andere Seite der KI
KI gilt vielen als Domäne des Silicon Valley. Tatsächlich aber liegt das industrielle Rückgrat der Technologie in Asien. Die Region deckt große Teile der KI-Wertschöpfungskette ab – von der nahezu monopolartigen Chipfertigung bei TSMC bis hin zu Spezialzulieferern wie Elite Materials, deren Hochleistungsmaterialien für Leiterplatten unverzichtbar sind. Asien ist damit kein Randspieler, sondern ein zentraler Player der KI-Entwicklung.
Im Technologiesektor konzentriert sich eines unserer wichtigsten Anlagethemen auf die Engpässe, die dieses Ökosystem prägen und von denen viele in Asien zu finden sind. Genau diese Einschränkungen schaffen bedeutende Investitionsmöglichkeiten. Gerät eine Lieferkette an ihre Grenzen, profitieren vor allem jene Unternehmen, die diese Engpässe lösen oder abfedern können – sie erleben oft eine besonders hohe Nachfrage und gewinnen an Preismacht. Während einige wichtige Hersteller wie TSMC2 bekannt und strategisch entscheidend sind, sind andere Unternehmen bei Investoren weit weniger bekannt. Eine Handvoll mittelständischer Firmen kontrolliert viele Schlüsselkomponenten wie Motherboard-Management-Controller (z. B. Aspeed Technology), kupferbeschichtete Laminate (CCLs) oder Stromversorgungen (z. B. Lite-On). Diese Unternehmen verbinden oft eine unterschätzte Rentabilität mit soliden Bilanzen, was ihnen eine überzeugende Wachstumsentwicklung und eine nachhaltige Ertragssteigerung ermöglicht.
Für Investoren bieten asiatische Unternehmen unserer Meinung nach differenzierte und weniger überlaufene Möglichkeiten, um vom strukturellen Wachstum der KI zu profitieren.
1Quelle: Carmignac, 31.10.2025.
