Börse in Mumbai: Schon während der Wahl trieb die Aussicht auf den neuen Premierminister Narendra Modi die indischen Aktienkurse (Foto: Bloomberg)

Börse in Mumbai: Schon während der Wahl trieb die Aussicht auf den neuen Premierminister Narendra Modi die indischen Aktienkurse (Foto: Bloomberg)

Emerging Markets

Die Zuversicht in den Schwellenländern steigt

Die Erwartungen an Narendra Modi sind hoch. Nicht nur das indische Volk hofft auf Besserung der Lage im Land, sondern auch internationale Investoren erwarten, dass der neue indische Premierminister den 1,25 Milliarden-Einwohner-Staat wieder auf Wachstumskurs führt.

Er gilt als ausgesprochen wirtschaftsfreundlich und ihm wird eine hohe Reformbereitschaft zugetraut. Die Börse freute sich über seinen Wahlsieg im Mai, und es gab schon einiges an Vorschusslorbeeren.

In den ersten acht Monaten dieses Jahres legten die beiden indischen Indizes Nifti und Sensex knapp 30 Prozent zu. Solche Performance-Zahlen sind in den vergangenen Jahren in den Emerging Markets selten geworden.

Mangelnder Reformwille einerseits – im Durchschnitt haben die Emerging Markets nur ein Drittel der von der OECD empfohlenen Reformen umgesetzt – und die Erholung in den USA andererseits haben die Kapitalflüsse aus den Aktienmärkten der Emerging Markets hinausgelenkt.

Die Konsequenz: Die Kursrally fand vor allem an den Börsen der Industriestaaten statt. Zwar wächst die Wirtschaft im Durchschnitt in den aufstrebenden Ländern immer noch deutlich stärker als in den entwickelten Staaten, der Abstand ist jedoch geringer geworden.

Nach Juli-Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) sollen die Industriemärkte 2014 um 1,8 Prozent wachsen, die Entwicklungs- und Schwellenländer um 4,6 Prozent.

Langsam steigt wieder die Zuversicht, dass Reformen tatsächlich umgesetzt werden und die Konjunkturerholung in den USA und die ersten Genesungsansätze in Europa sich auch positiv auf das Schwellenländerwachstum auswirken.

Aktien & Anleihen: Zweistellige Renditen

Annualiserte Erträge seit Ende 2001 (in USD)


Quelle: JP Morgan/HSBC/Bloomberg, Zeitraum: 31.12.2012 bis 31.7.2014

Gedämpftes Wachstum in China


Mindestens ebenso wichtig sind Wohl und Wehe Chinas als wichtigem Handelspartner für viele Emerging Markets. China steht kurz davor, die USA als größte Volkswirtschaft vom Thron zu stoßen.

Gemessen am Bruttoinlandsprodukt unter Berücksichtigung der Kaufkraftparitäten könnte nach Hochrechnung des International Comparison Programs der Weltbank der Wechsel schon 2014 stattfinden.

Auch wenn die jährlichen Wachstumszahlen nicht mehr zweistellig sind und China mit einigen Baustellen zu kämpfen hat, so legt die Volkswirtschaft immer noch überdurchschnittlich stark zu. Fürs Gesamtjahr rechnet der IWF mit einer Rate von 7,4 Prozent.

Während die Aktienmärkte schon länger das Vertrauen der Anleger missen, sind die Anleihemärkte der Schwellenländer nach der Finanzkrise erst richtig in Schwung gekommen.

Der Niedrigzins in den USA und Europa lässt Investoren nach Alternativen suchen. In den Schwellenländern werden sie fündig. Hier locken höhere Zinsen und die Aussicht, dass sich der Risikoaufschlag mit zunehmender Entwicklung verengt.

Von 2008 bis 2012 wurden Investoren für ihr Engagement mit zweistelligen Erträgen pro Jahr belohnt. Mitte 2013 riss die Erfolgsschnur. Zwar haben sich die Märkte mittlerweile wieder erholt.

Die nahende Erhöhung der US-Zinsen bleibt aber ein Unsicherheitsfaktor. Eine differenziertere Betrachtung der Märkte sollte daher von Vorteil sein. Das gilt auch für die Emerging Markets von morgen, die Frontier Markets.

Ungleichgewicht: Wirtschaft vs. Aktienmärkte

Der Anteil an der weltweiten Wirtschaftsleistung der Schwellenländer ist deutlich gestiegen. Das Aktienangebot hinkt aber noch hinterher.



Neue Wachstumsmärkte im Visier


Die nachlassende Dynamik in den großen aufstrebenden Volkswirtschaften hat den Blick vieler Investoren auf die nächste Generation der Wachstumsmärkte gelenkt.

Diese Frontier Markets stehen noch am Anfang ihrer Entwicklung und haben den großen Schub noch vor sich. Afrika, das die meisten Aktien- und Anleiheinvestoren bisher weitgehend meiden, rückt ins Rampenlicht.

Der IWF erwartet für die Sub-Sahara-Region (ohne Südafrika) 2014 ein Wirtschaftswachstum von 6,5 Prozent. Anleger mit etwas Mut können über Fonds beim Aufstieg der neuen Märkte dabei sein.

EM-Anleihen: Der Nische entwachsen

Das Volumen des Markts für Schwellenländeranleihen hat sich seit der Jahrtausendwende vervielfach.



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