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Emerging Markets Diese 4 Entwicklungen bedrohen die meisten Schwellenländer

Millionärs-Messe in Moskau: Sinkende Rohstoffpreise treffen den großen Rohstoff-Exporteur Russland besonders hart. Zusammen mit Brasilien und Südafrika ist das Land am stärksten krisengefährdet, meint der Bankenverband IIF. Foto: Getty Images
Millionärs-Messe in Moskau: Sinkende Rohstoffpreise treffen den großen Rohstoff-Exporteur Russland besonders hart. Zusammen mit Brasilien und Südafrika ist das Land am stärksten krisengefährdet, meint der Bankenverband IIF. Foto: Getty Images

Die Metapher „perfekter Sturm“ beschreibt in der Marktanalyse das Zusammentreffen mehrerer widriger Faktoren, die in ihrer Gesamtheit verheerende Folgen haben können. Und so ein „perfekter Sturm“ braut sich derzeit laut IIF in den Schwellenländern zusammen. Dabei treffen vier Faktoren aufeinander.

1. Der Abfluss von Kapital

Den Abfluss von Kapital führt zu entsprechenden Kursrückgängen. Schuld daran sei vor allem die anstehende Zinserhöhung der US-Notenbank Fed, zitiert das Handelsblatt den Großbanken-Verband. Denn nachdem die US-Notenbank eine Zinserhöhung andeutete, fließt amerikanisches Geld nun zurück in die Heimat. 

Auch die Erholung der US-Wirtschaft und die Stärke des Dollars - der Greenback hat laut IIF in den vergangenen drei Jahren gegenüber anderen Währungen, gewichtet nach Handelsvolumen, um 20 Prozent zugelegt und damit ein Zehnjahres-Hoch erreicht - tragen zu dieser Entwicklung bei. 

2. Sinkender Rohstoffpreise

Vor allem die nachlassende Nachfrage aus China drückt die Rohstoffpreise. Rohstoff-Exporteure unter den Schwellenländern wie zum Beispiel Russland leiden sehr unter dem Preisverfall

3. Hohe Verschuldung der Unternehmen

Die hohe Verschuldung ist laut IIF vor allem für Firmen außerhalb des Bankensektors gefährlich. Auf den gesamten Bereich der Schwellenländer bezogen haben diese Schulden rund 80 Prozent des addierten Bruttoinlandprodukts erreicht – im Jahr 2008 waren es erst 60 Prozent. 

4. Rückgang der Exporte 

Auch hier wirkt sich die China-Krise massiv auf andere Schwellenmärkte aus. Laut einer Studie des Internationalen Währungsfonds ist die Nachfrage aus China in den vergangenen zwölf Monaten bereits um rund 15 Prozent gesunken. Ein weiterer Rückgang um zehn Prozent könnte die Exporterlöse von Chinas Handelspartnern um einen Betrag vermindern, der rund 7 Prozent des summierten Bruttoinlandprodukts entspricht. Doch nicht alle Schwellenländer sind gleichermaßen durch diese vier Entwicklungen bedroht. Während Brasilien, Russland, Südafrika und die Türkei aus IIF-Sicht besonders gefährdet sind, sind Indien, die Philippinen und Polen laut dem Bankenverband relativ sturmfest. 

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