Heiko-T. Taudien, Dr. Taudien & Collegium <br>Sozietät für Vermögensverwaltung

Heiko-T. Taudien, Dr. Taudien & Collegium
Sozietät für Vermögensverwaltung

Emissionshäuser in der Klauselfalle

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Die Auswirkungen sind erheblich, auch wenn sie von den Emissionshäusern mit Blick auf die Fondsimmobilien kaum öffentlich gemacht werden. In der Vergangenheit wurden Probleme aufgrund von Wechselkursschwankungen stillschweigend gelöst. Sie wurden zwar zur Kenntnis genommen, aber eher unter dem Blickwinkel des langfristigen Investments gesehen.

An Insolvenzen und Zwangsverwertungen haben Banken kein Interesse. Folglich suchen sie aller Regel nach mit den Fonds eine gemeinsame Lösung. Das gilt zwar auch heute noch, doch die Kreditinstitute sind angesichts der Krise längst nicht mehr so geduldig.

Zum einen können die Banken höhere Zins- und Tilgungsleistungen von den Fonds fordern. Zum anderen kontrollieren sie wesentlich schärfer als vor der Finanzkrise, ob ein Covenant-Bruch (Nichteinhalten einer Kreditklausel/-auflage) vorliegt, indem die sogenannte Loan-to-Value-Klausel verletzt wurde.

Dieser Fall tritt ein, wenn die durch den gestiegenen Schweizer Franken erhöhte Kreditrestschuld die vertraglich fixierte Schwelle gegenüber dem Immobilienwert überschreitet. In der Regel darf das Darlehen 60 bis 70 Prozent des Objektwerts nicht übersteigen. Wird diese Marke gerissen, ist der Vertrag gebrochen, und die Banken können zusätzliche Sicherheiten verlangen, was sie zunehmend auch tun.

In der aktuellen Lage haben die Emissionshäuser die Verantwortung, den Schaden für die Fonds zu begrenzen. Dabei wird sich herausstellen, wer über ein aktives und professionelles Management verfügt. Im Idealfall beteiligen sich die Initiatoren an den notwendigen Kapitalmaßnahmen.

Zum Autor: Heiko-T. Taudien ist Partner der Dr. Taudien & Collegium Sozietät für Vermögensverwaltung in Hamburg.

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