Emittentenporträt: Commerzbank

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Die Commerzbank liegt gemessen am Börsenumsatz auf Platz 1 der größten Derivate-Emittenten in Deutschland. Schnelle Innovationszyklen und neue Produkte sollen diese Position auch in Zukunft sichern
2007 war ein gutes Jahr für die Derivateabteilung der Commerzbank: Auszeichnung über Auszeichnung strichen die Zertifikatebastler der Frankfurter Universalbank ein, darunter auch den Jury-Gesamtpreis „Bester Emittent“ im Rahmen der Zertifikate Awards 2007. Bis dahin war es allerdings ein langer Weg.
Hervorgegangen ist die Abteilung aus dem Optionsscheingeschäft der Commerzbank, welches im März 1990 in den deutschen Markt startete. Mittlerweile bescheinigt das Deutsche Derivate Institut den Commerzbankern einen Marktanteil nach Börsenumsätzen von rund 30 Prozent – auf der Liste der größten Emittenten von derivativen Wertpapieren stehen die Gelben damit vor den Konkurrenten Deutsche Bank und ABN Amro auf dem Spitzenplatz. Weltweit basteln täglich 240 Mitarbeiter an neuen Papieren, allein der Standort Frankfurt ist 100 Mitarbeiter stark. Vor zehn Jahren umfasste das Derivateangebot noch rund 500 Produkte, inzwischen ist diese Zahl auf knapp 50.000 angestiegen.
Dabei handelt es sich entweder um sogenannte standardisierte Flow-Produkte, zu denen Discount-, Bonus-, Express- und Garantiezertifikate zählen oder um exotischere Scheine, die individuell auf einzelne Kunden zugeschnitten sind. Je nach Einteilung in diese Sparten unterscheidet sich die Anforderung an die Mitarbeiter – bei den Flow-Produkten ist deren Kreativität eher eingeschränkt: „Es wird nicht jedes Produkt neu erdacht“, sagt Produktmanager Ralph Stemper. Vielmehr durchforstet eine automatisierte Software die bestehenden Produktpaletten zu bestimmten Basiswerten danach, ob es irgendwelche Lücken oder Nischen gibt, die es sich zu füllen lohnt – vorausgesetzt, das Absatzpotenzial ist vielversprechend.
Anders ist das bei den exotischeren Zertifikaten: „Bei diesen Produkten steht eine konkrete Idee dahinter“, erklärt Stemper. Beispiel: Das Commerzbank Börsenbetreiber Indexzertifikat. Den entscheidenden Impuls für dieses Produkt, das sich gerade in der Zeichnungsphase befindet, lieferte ein Kundengespräch. Ziel war es, an den Ertragschancen wichtiger Börsenbetreiber teilzuhaben.
Ist die Idee erst einmal geboren, steht die eigentliche Arbeit an: „Zwei bis vier Leute setzen sich zusammen und konstruieren die einzelnen Produktmerkmale, suchen zum Beispiel die Basiswerte aus oder bestimmen die Laufzeit.“ Beim Börsenbetreiber Indexzertifikat musste der als Basiswert dienende Index erst noch konstruiert werden.
Lanciert wird ein neues Produkt dann vergleichsweise schnell. „Wenn wir Gas geben, können wir ein Zertifikat mit völlig neuen Merkmalen innerhalb einer Woche auf den Markt bringen“, sagt Stemper. Der Grund: Die Struktur eines Indexzertifikats zum Beispiel ist nicht neu, und das bedeutet, dass eine erneute Genehmigung von Seiten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) nicht erforderlich ist.
Schnelle Innovationszyklen sind wichtig, denn die Konkurrenz auf dem Zertifikatemarkt ist groß. Ebenso aber der Ehrgeiz der Frankfurter. Stemper:„Wir wollen weiterhin die Nummer 1 bleiben.“