Emittentenporträt: Hypovereinsbank

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Das Zertifikateangebot der Hypovereinsbank ist im Vergleich zu vielen Konkurrenten überschaubar. Guad so, finden die Münchner, denn sie wollen vor allem übersichtliche Produkte auf den Markt bringen

Markgraf Karl Alexander war ein sparsamer Mensch. Der deutsche Fürst gründete 1780 die Hochfürstlich-Brandenburg-Ansbach-Bayreuthische Hofbanco, um hohe Gebühren bei ausländischen Banken zu sparen. Zudem sollte die neu gegründete Bank sein profitables Geschäft mit England unterstützen: den Soldatenhandel. Der Fürst stellte gegen Geld Truppen bereit, die auf der Seite der Briten gegen die Franzosen kämpften. Die Hofbanco sollte die Zahlungsabwicklung dieser Hilfsgelder beschleunigen.

228 Jahre später hat sich die Hofbanco zur Hypovereinsbank entwickelt, die seit 2005 in italienischer Handist und zur Unicredit gehört. Seit zehn Jahren sind die Münchner auf dem deutschen Zertifikatemarkt aktiv.

„Unser Ziel ist es nicht, möglichst viele Produkte auf den Markt zu bringen“, erklärt Zertifikate-Expertin Birgit Lutzenberger die HVB-Strategie. Es gehe vielmehr darum, Produkte anzubieten, die für den Kunden verständlich seien. Deshalb ist die Angebotspalette der HVB vergleichsweise überschaubar, rund 900 Zertifikate stehen derzeit aus.

Pro Monat emittieren die Münchner rund 30 Anlageprodukte. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Bonus-, Express- und Indexzertifikate. Letztere setzen nicht nur auf Standards wie den Dax, sondern bilden auch bestimmte Strategieindizes ab. Dazu gehört ein 2006 aufgelegtes Endlos-Zertifikat auf den hauseigenen Europa Saison Index. Die Idee dahinter ist die Annahme, dass es gute und schlechte Börsenmonate gibt. Rückrechnungen bis 1992 hätten bestätigt, so die HVB, dass die Monate August und September üblicherweise eher schwach ausfallen. Die Konsequenz für das Zertifikat: Von Oktober bis Juli fließt das Anlegergeld in den Euro Stoxx 50, im August und September wird der Indexwert mit dem Geldmarktsatz Eonia verzinst.
Aktuell in der Zeichnung befindet sich das US-Dollar Power Garant Zertifikat. Es richtet sich an Anleger, die auf die Erholung des Dollar wetten wollen. Steigt er gegenüber dem Euro, bekommen sie am Laufzeitende 150 Prozent der Wechselkursentwicklung, verliert die amerikanische Währung gibt es den Nominalbetrag von 100 Euro zurück.

Rund 200 HVB-Mitarbeiter arbeiten an der Konzeption solcher Produkte. Das Wichtigste bei der Ideenfindung sei die Kommunikation, sagt Hypovereinsbankerin Lutzenberger: „Der Austausch mit Vertriebspartnern und
Kunden sowie die Kommunikation der intern beteiligten Einheiten ist das A und O bei der Entwicklung der Finanzprodukte.“ Markteintritt  1998
Ausstehende Zertifikate 900
Rating S&P  A+
www.hvb.de/zertifikate