Die Hauptstädter bieten Standardware an, scheuen aber auch Nischenprodukte und Exotisches nicht. In Einzelfällen schießt die Zertifikate-Abteilung der Landesbank dabei aber etwas übers Ziel hinaus

Kurios – anders lässt sich das Naya Bharat Indien Property Zertifikat nicht beschreiben. Dabei ist die Idee der Landesbank Berlin, die das Papier im Februar 2007 auf den Markt brachte, dahinter eigentlich ganz einfach: Die Wirtschaft Indiens boomt. Das sorgt für eine steigende Nachfrage nach Büroflächen und hochwertigen Wohnungen. Das wiederum verspricht gute Ertragschancen auf dem indischen Immobilienmarkt und davon schließlich sollen die Käufer des Zertifikats profitieren. Um das zu gewährleisten, bildet das Papier die Wertentwicklung des Naya Bharat Indien Property Index ab. So weit, so nachvollziehbar.

Dieser Index aber besteht nur aus einer einzigen Aktie, nämlich der der Naya Bharat Property Company, sowie aus nichtverzinslichem Barem. Der Plan: Das Unternehmen kauft sich in unterbewertete indische Immobilienunternehmen und Bauträger ein, die vom Marktwachstum besonders profitieren sollen. Die größten drei Positionen sind derzeit das Bauunternehmen Orbit, der Infrastrukturspezialist Era Infra Engineering und das auf Bauprojekte fokussierte Kreditinstitut IFCI. Wirklich ausgezahlt hat sich die Wette auf den indischen Immobilienmarkt über dieses Produkt bisher aber nicht: Seit der Emission hat das Zertifikat über 26 Prozent an Wert verloren.

Nicht alle Zertifikate der Landesbank Berlin sind so komplex aufgebaut wie dieses. Die Berliner bieten auch Standardware wie Indexzertifikate auf den Dax oder Bonuszertifikate auf deutsche Standardwerte wie die Deutsche Telekom an. Allerdings zeigen die Hauptstädter schon eine Vorliebe für Nischenprodukte. Weitere Exoten im „Strategie-Zertifikate“-Sortiment sind beispielsweise ein Holz-Zertifikat, ein Papier auf den vietnamesischen Immobilienmarkt oder das Afrika Opportunity Zertifikat, das über den Magna Africa Fund der Fondsgesellschaft Charlemagne Capital in Länder wie Nigeria, Kenia, Ghana und Botswana investiert.

Gegründet nach der Wiedervereinigung als Landesbank Berlin-Girozentrale stieg die Universalbank bereits 1996 in das Geschäft mit Zertifikaten ein. Drei Jahre nach dem Markteintritt emittierte die Bank das erste Index-Bär-Zertifikat auf den Dax. Diese Short-Produkte, die im Wert steigen, wenn die Kurse an den Börsen fallen, gehören auch heute noch zu den beliebtesten Produkten der Landesbanker. Inzwischen gibt es sie auch auf 18 andere Indizes, etwa auf den Nikkei 225 oder den Euro Stoxx Insurance Index. Insgesamt bietet die Landesbank Berlin heute 400 Produkte an. Markteintritt  1996
Ausstehende Zertifikate 400
Rating Moody’s   A1
www.zertifikate.lbb.de