Der Dax verlor allein im Januar 12 Prozent. Zwischenzeitlich waren sogar die Kursgewinne des Jahres 2007 perdu. Ein Horrormonat. Das Schlimme ist, dass im Januar eigentlich die Weichen für das Börsenjahr gestellt werden. Fondsmanager sortieren ihre Portfolios. Auch Privatanlegern sagt man größere Kauflaune nach. Diese Effekte haben nicht gegriffen. Seit 1952 gab es in den USA 21 schwache Januar-Börsen. Nur drei Mal gab es ausschließlich am Jahresende Kursgewinne zu bejubeln. Auch für den Dax haben die Statistiker beunruhigende Nachrichten: Seit 1965 machten sie elf verlustreiche Börsenstarts aus. In diesen Jahren sei der Dax durchschnittlich nur um 1,7 Prozent gestiegen. Sollte tatsächlich jetzt schon der Käse gegessen sein? Die fundamentalen Daten sprechen jedenfalls dagegen. Dividendenrendite und die Bewertung deutscher Aktien stehen in einem klaren Widerspruch zu den Ängsten, die die Bankenkrise immer noch abstrahlt. Die aufkeimenden Frühlingsgefühle sind nicht ungetrübt. Es gibt aber einen Rettungsanker – auch mit statistischem Hintergrund. Wahljahre in den USA sind in den seltens ten Fällen schlechte Börsenjahre. Im Gegenteil: Meist drehen die Kurse im zweiten Halbjahr richtig auf. Einen solchen Spätstart erwarten (besser: erhoffen) viele Marktteilnehmer. Es bleibt eine Glaubensfrage, auf welche Seite der Statistik man sich schlägt.