Energiewende: Angela Merkel will Netzausbau in ein Gesetz „gießen“
Achillesferse Stromleitung
Experten gehen davon aus, dass die Achillesferse für die Energiewende die nötigen Stromleitungen sind. Schließlich produzieren die Windkraftwerke in Norddeutschland den meisten umweltverträglichen Strom – die größten Stromverbraucher sind aber Fabriken in Süddeutschland.
Der „Netzentwicklungsplan“ sieht vor, bis 2022 4000 Kilometer Hochspannungsleitungen zu modernisieren und 1700 Kilometer neu zu bauen. Parallel zu dem „normalen“ Hochspannungsnetz wollen die Netzbetreiber vier Nord-Süd-Trassen einer „Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung“ (HGÜ) bauen. Die HGÜ-Trassen sollen insgesamt 2100 Kilometer lang werden und einen fast verlustfreien Stromtransport ermöglichen. China setzt die Technik bereits ein.
Der Plan scheint Angela Merkel zu überzeugen: Sie gab gestern bekannt, bis Ende 2012 ein Gesetz zum Beschleunigen des Netzausbaus zu erlassen. Damit tritt die Kanzlerin ganz klar für die Energiewende ein und treibt das Projekt weiter voran.
Im Vergleich zur bereits bekannten Studie zum Netzausbau der Deutschen Energie-Agentur (Dena) zeichnet sich der „Netzentwicklungsplan“ durch weniger Neubautrassen aus: Durch den Ausbau bereits bestehender Trassen wollen die Netzbetreiber sowohl den Widerstand der Anlieger, Kommunen und Länder niedrig halten, als auch Planungsverfahren beschleunigen.
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