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Entspannung voraus Auch wenn Sie es nicht glauben – unser Risikoindikator zeigt Grün

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Hauptthema in diesem Zusammenhang ist die Frage, wie verschiedene Anlagen und Portfolios miteinander korreliert sind. Ein wichtiges Problem dabei ist die Auswahl des Zeitraums, der herangezogen wird, um die Korrelationen zu berechnen. Zur Auswahl stehen tägliche, monatliche oder jährliche Daten. „For the long run“ oder wie ich gerne übersetze, bei Anlagehorizonten bis zum Grabstein (also 40 Jahre und mehr) wird oft empfohlen, Korrelationen auf der Basis von historischen Zeitbetrachtungen über fünf Jahre zu berechnen.

Dabei verbleibt nur ein Problem: Was machen Anleger, deren Horizont kürzer ist, als 40 Jahre?

Die auf die lange Frist ausgelegten Systeme waren weder in der Lage, die Krise 2002, noch die von 2008 vorherzusagen. Aber genau dafür hätten viele Anleger Risikosysteme eigentlich gebraucht.

4. Value at Risk

Eine Lösung ist die Verwendung von „Value at Risk“. Derartige Systeme versuchen, das Problem des 5-Jahreszeitraums zu vermeiden, um nicht immer zu spät zu sein. Value at Risk verändert deshalb die Perspektive. Ziel ist es, die Frage zu beantworten, wieviel ein gegebenes Portfolio in einem Crash verlieren würde.

Auch der Einsatz von Value at Risk hat seine Probleme. In Marktsituationen mit sehr geringer Volatilität (wie zum Beispiel in 2017) unterschätzen die Systeme systematisch die potenziellen Risiken. Im Ergebnis ist die Volatilität selber eine der volatilsten und am schwersten zu prognostizierenden Einflussgrößen am Kapitalmarkt. Physiker könnten sagen: Heisenbergs Unschärferelation lässt grüßen.

Das erste Quartal 2018 ist ein gutes Beispiel. Value-at-Risk-Berechnungen mit der Volatilität von 2017 führten zu völlig falschen Ergebnissen (viel Spaß mit Ihrem Robo-Adviser sagen wir da nur).

5. Unsere Risikoindikatoren

Genug der Vorrede. Die Erläuterung der genauen Funktionsweise des heute vorgestellten Risikoindikators stoppt hier. Weiteres gerne – aber nur im persönlichen Gespräch. Da wir beim Thema Risikomessung mit ausgewiesenen Experten zusammenarbeiten, können wir zusammen mit diesen auch individuelle Lösungen für andere Assetmanager anbieten. Die nachfolgende Grafik ist ein am heutigen Tag interessantes Beispiel.

Quelle: Mellinckrodt

Dargestellt ist der Zeitraum seit Anfang 2001. Die Kurve zeigt Spitzen immer dann, wenn Krisen auftraten. Leicht zu erkennen sind die Spitzen in 2008 (Lehman) und 2011 (erste Griechenland-Krise mit erstmaliger Kursparität EUR/CHF bei 1,00). Die Krise im August/September 2015 sowie Q1 2016 ist auch zu erkennen.

Der Indikator ist negativ (Ampel auf ROT) sobald Werte oberhalb von Null ausgewiesen werden. Tiefer als -100% geht nicht. Unten bei -100% ist quasi dreifach GRÜN auf der Risiko-Ampel. Als Gelb stufen wir Phasen ein, in denen sich der Indikator von unten nach oben Richtung Null bewegt. Wie unschwer zu erkennen, war das „bis neulich“ der Fall. Der Indikator fällt im Moment massiv – die Risikosituation verbessert sich also.

Hinter der nächsten Straßenecke kann trotzdem eine unangenehme Überraschung warten und bei der Frage, was gekauft oder verkauft werden sollte hilft der Indikator auch nicht weiter. Er sagt einfach nur: wenn Sie raussegeln wollen aufs Meer oder planen, einen hohen Berg zu besteigen, machen Sie es jetzt. Die Großwetterlage ist günstiger „als auch schon“, wie die Schweizer gerne formulieren.

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