Die DWS reduziert die Verwaltungsgebühr ihres Xtrackers S&P 500 Equal Weight ETFs um fünf Basispunkte. Anleger zahlen künftig nur noch 0,15 Prozent jährlich für das Produkt.
Die Gebührensenkung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Produkt unter erheblichem Druck steht. Seit Jahresbeginn verlor der Xtrackers S&P 500 Equal Weight ETF (ISIN: IE00BLNMYC90) 4,3 Milliarden Euro durch Mittelabflüsse, wie Trackinsight-Daten zeigen. Das Fondsvolumen beträgt aktuell noch 8,7 Milliarden Euro.
Branchenweiter Preiskampf intensiviert sich
Die Gebührensenkung reiht sich ein in einen branchenweiten Trend. Vanguard reduzierte allein 2025 bei 13 ETFs die Kosten, darunter beim FTSE All-World ETF. Auch Xtrackers selbst senkte bereits im Juli die Gebühr seines MSCI World ETFs von 0,19 auf 0,12 Prozent.
Im Equal-Weight-Segment verstärkt sich der Kostendruck. Die Gebührenspanne ist erheblich: Während Amundi und UBS vergleichbare Strategien bereits für 0,12 Prozent anbieten, verlangen andere Anbieter noch bis zu 0,30 Prozent. Die DWS positioniert sich mit der Gebührensenkung nun im unteren Bereich dieser Preisspanne – doch eine Kostenführerschaft erreicht sie damit nicht.
Institutionelle Investoren wenden sich ab
Institutionelle Investoren kehren den US-Märkten verstärkt den Rücken. Besonders nach Trumps Zollankündigungen beschleunigten sich die Abflüsse aus amerikanischen Strategien. Viele Großanleger schichteten ihr Kapital in europäische Fonds um.
Synthetische ETFs gewinnen parallel an Boden. Sie nutzen einen entscheidenden Steuervorteil: Gemäß dem Hire Act von 2017 entfällt die Quellensteuer auf US-Dividenden, wenn der Emittent keine dividendenzahlenden Aktien im Ersatzkorb hält.
Invescos synthetischer S&P 500 Equal Weight Swap ETF (ISIN: IE0000TZZ2B2) zeigt diese Dynamik. Das Anfang des Jahres lancierte Produkt sammelte bereits rund 600 Millionen Euro ein – trotz einer höheren Verwaltungsgebühr von 0,20 Prozent. Die eingesparte Quellensteuer kompensiert die höhere TER mittelfristig. Der physisch replizierende Xtrackers-ETF zahlt hingegen weiterhin 15 Prozent Quellensteuer auf Dividenden.

