Hans-Robert Arndt ist Manager bei Arabesque

Hans-Robert Arndt ist Manager bei Arabesque

Erfolgreicher Start des Nachhaltigkeits-Fonds Arabesque Systematic

„Wir haben Energieaktien deutlich untergewichtet“

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DER FONDS: Nachhaltigkeit ist ein recht dehnbarer Begriff. Wie lautet Ihre Definition?

Hans-Robert Arndt: Für uns bedeutet Nachhaltigkeit dreierlei. Erstens, die Unternehmen dürfen nicht gegen die zehn Prinzipien des UN Global Compact verstoßen. Zweitens müssen sie in punkto ESG-Kriterien für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung zu den besten 75 Prozent ihrer jeweiligen Branche gehören oder sich in diesen Bereichen kontinuierlich verbessern. Und drittens sollen die Unternehmen auch finanziell nachhaltig wirtschaften und unter anderem möglichst wenig Schulden haben.

Schließen Sie irgendwelche Branchen aus?

Nein. Vor allem der dritte Punkt führt jedoch zu wesentlichen Abweichungen von gängigen Vergleichsindizes. So sind die geringen Eigenkapitalquoten in der Finanzbranche ein Grund dafür, warum wir diesen Sektor deutlich untergewichten.

Sie arbeiten mit einer flexiblen Barreserve, um Risiken zu begrenzen. Welchen Regeln folgen Sie dabei?

Das von uns verwendete Computermodell berechnet die Cash-Quote täglich neu. In extremen Szenarien kann sie bis zu 100 Prozent betragen. Ein Beispiel ist die Korrektur im Oktober 2014. Hier lag die Barreserve in der Spitze bei 32 Prozent. Mit den steigenden Märkten hat sie sich anschließend bis Anfang März auf null Prozent reduziert. Aktuell liegt sie bei 6 Prozent.

Wie entscheiden Sie, welche Titel ins Portfolio kommen?

Die Selektion der Einzeltitel erfolgt mit Hilfe einer Portfoliooptimierung. Hierbei geben wir nur das Gesamtrisiko und die maximale Allokation pro Aktie vor, nämlich ein Prozent. In welche Länder oder Branchen der Fonds investiert, hängt innerhalb des Risikolimits lediglich davon ab, wo das Modell die besten Ertragschancen sieht. Hierbei spielen technische Faktoren wie Trendfolge oder Momentum eine große Rolle, aber auch rein fundamentale Daten wie Gewinnschätzungen.

Eine Publikums-Tranche Ihres Fonds gibt es erst seit Mitte Januar, aber die im August 2014 aufgelegte institutionelle Tranche hat den MSCI World seitdem deutlich hinter sich gelassen. Worauf geht die Outperformance im Wesentlichen zurück?


Vor allem auf die Aktienselektion. So haben wir über den gesamten Zeitraum Energieaktien deutlich untergewichtet. Das aktive Management der Cash-Quote hat zudem dazu beigetragen, die Volatilität zu begrenzen.

Wie ist der Fonds zurzeit positioniert?

Aktuell beträgt der US-Anteil knapp über 50 Prozent, europäische Aktien sind mit 15 Prozent vertreten. Auf Sektorenebene stellen die Gesundheitsbranche und der Einzelhandel mit 18 beziehungsweise 14 Prozent den größten Anteil. Der größte Unterschied zum MSCI World besteht weiter darin, dass Energietitel nach wie vor keine Rolle spielen.

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