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US-Universität Yale: Die hauseigene gilt anderen Universitätsstiftungen als Vorbild, Foto: Getty Images

US-Universität Yale: Die hauseigene gilt anderen Universitätsstiftungen als Vorbild, Foto: Getty Images

Erfolgreichste Vermögensverwaltung

Diese Unis übernahmen das Investmentmodell der Yale-Stiftung

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 Die besten Investmenterträge für Universitätsstiftungen in den USA kommen in diesem Jahr von der Universität Yale- und von Vermögensverwaltern, die früher für Yale tätig waren.

Der gemeinsame Nenner der erfolgreichen Institutionen ist David Swensen, der lange die Investments für Yale geleitet hat. Er war Pionier für ein Modell, das einen längeren Investmenthorizont bevorzugt und Kapital auch in illiquide Anlagen investiert, wie Hedgefonds und Private-Equity-Fonds, die häufig höhere Renditen abwerfen.

„Yale verfolgt einen umfassenden Ansatz, sie haben großartige Manager und es gibt Zeiten, in denen sie ungewöhnlich gut abschneiden", sagte Jonathan Hirtle, Chief Executive Officer bei Hirtle Callaghan & Co. aus der Nähe von Philadelphia. Die Firma verwaltet neben den Vermögen reicher Familien auch Gelder von Institutionen wie beispielsweise Hochschulen.

Andrew Golden von der Universität Princeton, Seth Alexander vom Massachusetts Institute of Technology und die beim Bowdoin College beschäftigte Paula Volent waren alle im Investmentbereich von Yale tätig, bevor sie zu anderen Stiftungen wechselten. Swensen war für eine Stellungnahme zu den Renditen nicht zu erreichen.

Bowdoin glänzt in diesem Jahr mit der bisher höchsten Rendite, nämlich 14,4 Prozent. Die Stiftung des MIT kommt auf ein Plus von 13,2 Prozent und Princeton auf 12,7 Prozent. Yale selbst erzielte Erträge von 11,5 Prozent. Die Zahlen beziehen sich jeweils auf das Geschäftsjahr bis Ende Juni und liegen deutlich über der Benchmark für die Branche von 3,6 Prozent.

Die guten Zahlen in diesem Jahr steigern nach Einschätzung von Personalberatern den hohen Wert noch, den die ehemaligen Mitarbeiter der Yale-Stiftung bereits haben. Das Netzwerk aus Ex-Yale-Vermögensverwaltern ist in den vergangenen beiden Jahren ausgebaut worden, nachdem die Universität Stanford und die University of Pennsylvania für die Leitung ihrer Stiftungen ehemalige Mitarbeiter von Swensen an Bord holten, um die Performance aufzupeppen. „Die sind nicht nur wirklich talentiert, sie tragen ein Ehrenabzeichen", sagte Debra Brown von der Personalberatung Russell Reynolds Associates in New York, die an der Einstellung von Peter Ammon für die Universität Pennsylvania beteiligt war: „Sie gelten als hervorragend ausgebildet."

Der Anlageerfolg der Yale-Stiftung hat dazu geführt, dass in den vergangenen zwei Jahrzehnten fast jedes Portfolio großer Hochschulen umgestaltet und stärker auf alternative Investments ausgerichtet wurde. Allerdings geriet das Modell in die Kritik, als Yale, Harvard und andere Hochschulen im Geschäftsjahr bis Ende Juni 2009 Verluste von mehr als 20 Prozent auswiesen. In den folgenden Jahren taten sich die besonders vermögenden Universitäten häufig schwer, bessere Resultate zu erzielen als kleinere und weniger raffiniert anlegende Stiftungen, da die Aktienmärkte sich erholten und oft besser abschnitten als alternative Investments.

Im laufenden Jahr hat sich die Alternativ-Strategie jedoch als Gewinner erwiesen. Der Hedgefonds und Milliardär Stanley Druckenmiller, der seit Jahren im Investmentausschuss von Bowdoin sitzt, erklärte im September in einem Interview, die 1,4 Milliarden Dollar schwere Stiftung der Hochschule schneide hervorragend ab, weil sie bei den richtigen Private-Equity-Managern investiert habe. Außerdem habe sich das Hedgefonds-Portfolio außerordentlich entwickelt, da einige makroökonomische orientierte Hedgefondsmanager mit Wetten auf den sinkenden Ölpreis und auf Devisen großen Erfolg hatten. Die Bowdoin-Stiftung wird seit dem Jahr 2000 von Paula Volent geleitet, die vier Jahre lang für Swensen tätig war.

Swensen und seine Schüler seien besonders gut darin, Investmenttalente auszusuchen, sagt Tim Keating, Präsident von Keating Wealth Management, einem Investmentberater in Greenwood Village, Colorado. „Das sind Swensens Nachkommen. Sie sind vom Meister geprägt und genährt. Sie sind die nächste Generation."

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