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Ergebnisse von ESG-Strategien „Wir verbessern die wirtschaftlichen Strukturen in Schwellenländern“

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Vermögensverwalter, die ihre Arbeit ernst nehmen, treten in den Dialog mit Unternehmen, um eine dauerhafte, langfristige Wertschöpfung zu gewährleisten. Wie sehen Ihre Beobachtungen aus? Sind die Geschäftsführer dafür offen und bemühen sich, die angesprochenen Themen umzusetzen?

Niemczyk: Im Bereich Stewardship, den Sie ansprechen, haben wir zwei Säulen: Zum einen suchen wir den direkten Dialog mit den Unternehmen. Darüber hinaus gibt es den Dialog, den wir durch kollaborative Initiativen zusammen mit anderen Asset Managern mit den Unternehmen führen. Das ist der Bereich Engagement. Zum anderen gibt es den Bereich Voting, also die engagierte Stimmabgabe.

Im direkten Dialog konzentrieren wir uns auf spezifische Themen in allen drei ESG-Bereichen: Energiewende, faire Arbeitsbedingungen, was letztlich auch im Covid-19-Kontext besonders wichtig ist, und Unternehmensethik. Indem wir genau hinschauen und intensiv und kritisch zuhören, verstehen wir als Investoren besser, warum ein Unternehmen etwa bei den „E“-Ratings so oder so abschneidet. Aus öffentlich zugänglichen Informationen ist das oft nicht ersichtlich.

Seit 2003 treten wir bei Candriam für die Politik ein, uns per Voting für bestimmte Themen stark zu machen. Mit dieser kollaborativen Zusammenarbeit mit anderen Asset Managern wollen wir sowohl den gewünschten Ertrag für die Investoren erzielen, als auch die ganzheitlichen volkswirtschaftlichen Strukturen in den jeweiligen Ländern verbessern. Kein Unternehmen will am Pranger stehen: Der offene, ehrliche Dialog motiviert, um die jeweilige ESG-Performance zu optimieren.

Vor allem auch die Unternehmensethik ist in den vergangenen Jahren immer stärker in den Fokus von Verbrauchern und Anlegern gerückt. Was interessiert Candriam hier vorrangig?

Niemczyk: Vieles! Die Gleichberechtigung von Männern und Frauen, das Lobbying; gerade im Hinblick auf das Big Business, die Vergütung von Vorständen, die Rolle von Gewerkschaften, der Dialog zwischen Gewerkschaften und Mitarbeitern, der Umgang mit Zulieferern aber auch die Preisgestaltung – etwa bei Pharmakonzernen – spielt hier mit hinein.  

Viele Vermögensverwalter sehen bei den Assets, in die sie investieren, inzwischen sehr genau hin. Zugleich müssen sie Mehrbelastungen durch erweitertes Risiko-Management und Regulatorik schultern. Wie geht die Branche damit um?

Niemczyk: Vor institutionellen Investoren, Pensionsfonds und Versicherungen kann man den Hut ziehen, weil sie die in den vergangenen Jahren gestiegene Regulatorik und neue Anforderungen wie Änderungen in der Buchhaltung durchweg gut meistern. Natürlich führt der gestiegene Kostendruck manchmal auch zu Konsolidierungen und Änderungen in Unternehmensstrukturen. Wichtig ist für institutionelle Investoren, den richtigen Partner an der Seite zu haben. Auch deshalb werden für Asset Manager die Aufgaben immer größer: Wollen wir unseren Kunden, die wir bei Candriam als Partner sehen, attraktive Lösungen anbieten, müssen wir die Regulatorik nicht nur verstehen, sondern in unsere Investmentlösungen einbinden. Wir müssen die buchhalterischen Anforderungen in die Investmentlösungen einbinden. Wir müssen also im Hinblick auf Regulatorik und Buchhaltung dieselbe Sprache sprechen, wie Versicherer und Pensionsfonds und institutionelle Kunden allgemein.

Mit Standardprodukten kommt niemand weiter, wir wollen entlang der gesamten Wertschöpfungskette für unsere Kunden da sein. Wir klären mit den Kunden daher genau ab, welche ESG-Politik zu ihnen passt, und was die möglichen Konsequenzen für das Portfolio sind, wenn wir es entweder so oder anders aufstellen.

Das alles hat aber auch seinen Preis…

Niemczyk: Angesichts des Niedrigzinsumfelds im Verbund mit der aktuellen Covid-19-Krise müssen wir nicht zuletzt auch ganz konkret darüber nachdenken, wie kosteneffizient wir sind und wie kosteneffizient die Investmentlösungen sind, die wir anbieten. Trotz des schwierigen Umfelds müssen wir Performance generieren und die Kosten im Blick haben.

Warum sollten sich Investoren Candriam näher anschauen?

Niemczyk: Wir haben viele Kompetenzen, die für Kunden aus dem institutionellen Bereich attraktiv sind. Als mittelgroßes Unternehmen werden wir von einer sehr großen Gruppe unterstützt. Trotzdem bringen wir die nötige Flexibilität mit, um beispielsweise die jeweils nötigen Teams zusammenzustellen, um jedem Kunden das ideale Management anzubieten. Intern haben wir die Ressourcen aufgebaut, die für institutionelle Kunden wichtig sind. Das sind zum Beispiel Spezialisten für das Versicherungssegment, Spezialisten für das Pensionsfondssegment, wir haben hauseigene Aktuare, die sich in den Bereichen Versicherungsunternehmen und Pensionsfonds richtig gut auskennen. Die Kunden werden von Portfoliomanagern betreut, die vor ihrer Zeit bei Candriam häufig bei Versicherungen gearbeitet haben. Die Teams verstehen also, was die Kunden brauchen.

Zu guter Letzt haben wir eine lange Historie bei ESG-bezogenen Investments: Bereits 1996 hat Candriam einen ersten ESG-Fonds aufgelegt. Über einen langen Zeitraum haben wir interne Kompetenzen aufgebaut und vor allem auch eine hauseigene Datenbank etabliert – weil Daten bei ESG eine ganz wichtige Rolle spielen. Wir können daher Beides verbinden: Die ESG-Expertise und den entschiedenen Fokus auf institutionellen Kunden.