Ergo: Revisionsbericht zu Budapester Sex-Party
So ließ die Revision keinen Stein auf dem anderen, durchforstete Emails, Rechnungen und Daten. Dabei stellte sich heraus, dass Teile der Konzernleitung von der Reise und den Vorkommnissen wussten, aber keine Konsequenzen zogen. Laut „Handelsblatt“ bezahlte das Versicherungsunternehmen nicht nur zuviel für die Reise – einige Flüge wurden gleich mehrfach abgerechnet – sondern auch noch „Damen mit den man nicht zu reden bräuchte“ (Ergo-Konzernrevision, Fachbericht Seite 10; in: „Handelsblatt“).
Ludger Griese, der kurz vor der Reise die Vertriebsleitung übernommen hatte, stellte zwar nachträglich sicher, dass sich solch ein Exzess nicht wiederholen kann. Den Vorstand informierte er jedoch laut Revisionsbericht erst im Juni 2010 auf Anfrage. Von den gebuchten Prostituierten und damit einem schweren Verstoß gegen Verhaltensrichtlinien habe er aber spätestens schon seit Dezember 2007 gewusst. Heute sitzt Griese im Vorstand der Ergo Lebensversicherung.
Trotz der bekannten Vorkommnisse, die im „krassen Gegensatz zu den Wertvorstellungen des Ergo-Konzerns“ (Ergo-Konzernrevision, Managementbericht, Seite 4; in: „Handelsblatt“) stehen, geschah nichts. Die Versicherung zog die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft und mittlerweile hätten die meisten das Unternehmen – aus anderen Gründen – verlassen. Zudem hätte der Konzern ohnehin erst dann ein Unrechtsbewusstsein entwickelt, als die Vertriebspraktiken öffentlich wurden.
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