Erneuerbare Energien: Türkei fixiert Einspeisetarife

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Pünktlich zum Jahreswechsel hat das türkische Parlament das lang erwartete Gesetz zur Nutzung erneuerbarer Energien verabschiedet. So wurde vor allem, die für Investoren wichtige Regelung der Einspeisetarife für erneuerbare Energien überarbeitet sowie weitere Fördermaßnahmen beschlossen, die Investitionssicherheit schaffen, berichtet die Investment Support and Promotion Agency, die als offizielle Wirtschaftsförderung ausländische Unternehmen bei ihren Investments in der Türkei betreut.

Das rasante Wirtschaftswachstum der Türkei in den vergangenen Jahren habe auch dem türkischen Energiemarkt zu einem Boom verholfen. 2010 wuchs das Bruttoinlandsprodukt um rund 7 Prozent; 2011 wird mit mindestens 5 Prozent gerechnet. Um den steigenden Energiebedarf der Türkei in Zukunft zu decken, sind allein bis 2017 Investitionen von 35 bis 50 Milliarden US-Dollar notwendig.

Mit der Verabschiedung des neuen Energiegesetzes hat das türkische Parlament nun auch die letzte Hürde für ausländische Investoren aus dem Weg geräumt. Die Einspeisetarife wurden fixiert und sind nicht mehr wie zuvor an die Türkische Lira gebunden. Der Preis für eine Kilowattstunde (KW/h) Strom aus Wind- und Wasserkraft liegt aktuell bei 7,3 Dollar-Cent, geothermischer Strom wird mit 10,5 Dollar-Cent pro Kilowattstunde vergütet und Betreiber von Solar- und Biogasanlagen können mit 13,3 Dollar-Cent pro KW/h rechnen. Darüber hinaus bietet das neue Gesetz zusätzliche Anreize für Unternehmen, die für ihre Anlagen Zubehör und Komponenten „Made in Turkey“ nutzen. Sie können ab Inbetriebnahme für fünf Jahre mit einer zusätzlichen Förderung rechnen.

Die Investment Support and Promotion Agency of Turkey (ISPAT) rechnet mit einer erhöhten Anfrage von Energieunternehmen. „Viele potenzielle Investoren, vor allem aus dem deutschen und österreichischen Mittelstand, haben nur auf diese Regelung gewartet“, sagt Michael Maasmeier, Repräsentant des türkischen Premierministeriums für Deutschland und Österreich. „Jetzt haben sie die Sicherheit ihre Produkte zu einem festen Preis auf den türkischen Markt anzubieten. Wir rechnen daher mit einem verstärkten Anfrageaufkommen in den kommenden Wochen“, so Maasmeier weiter.


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