Erste-AM-Experte Felix Dornaus Tränen in Argentinien

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Auch verwies er auf die „Notwendigkeit“ von Gesprächen hinsichtlich der Rückzahlungsstruktur bestehender IWF-Kredite, womit er den Fonds – welcher das Macri-Kabinett bis dato nach Kräften unterstützt hat – womöglich vor den Kopf stoßen könnte. Fernandez ist konkrete Informationen bezüglich seiner Haltung zu derlei Maßnahmen bisher schuldig geblieben.

Dies ist von Relevanz, da es im Falle eines Wahlsiegs womöglich seinem Kabinett obläge, selbige in die Tat umzusetzen.

Erste Runde an Kapitalkontrollen

Über das Wochenende implementierten die argentinischen Behörden die erste Runde an Kapitalkontrollen, um dem Abfluss von Devisenreserven Einhalt zu gebieten. Die Bedienung von Auslandsschulden ist bisher noch nicht von den Kontrollen betroffen.

Mittlerweile steht das Land bei den meiste Rating-Agenturen auf „Selective Default“ (das heißt teilweise, selektive Bedienung bzw. Nichtbedienug von Schulden). Solch eine Situation wird vermutlich zu einem Kreditereignis am CDS-Markt führen.

Es ist schwer abzuschätzen, ob die derzeitigen Preisniveaus ein Restrukturierungsergebnis exakt reflektieren, aber ceteris paribus sind wir unserer Meinung nach nahe an Verwertungsniveau.

Autor Felix Dornaus ist Senior Fondsmanager für Schwellenländeranleihen bei der Fondsgesellschaft Erste Asset Management.

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