Erste Bank: 462 Trillionen Prozent Rendite pro Jahr

Das Börsenjahr 2009 hat in den meisten Depots tiefrote Spuren hinterlassen. Die österreichische Erste Bank gab Anlegern nun unfreiwillig die Gelegenheit, ihre Jahresperformance innerhalb von nur drei Tagen spürbar aufzupolieren.

Das vorweihnachtliche Geschenk basierte auf einem Rechenfehler, welcher der Bank bei der Auflage eines Bonuszertifikates (WKN EB5EP2) auf den Basiswert Öl unterlaufen war. Im Prospekt wurde das Zertifikat zu einem Preis von 100 Euro plus 1,5 Prozent Ausgabeaufschlag zur Zeichnung angeboten. Der Auszahlungsbetrag zur Fälligkeit am 15. Dezember 2010 wurde auf 190 Euro festgesetzt. Die Bedingung: Der Ölpreis darf während der gesamten Laufzeit niemals auf oder tiefer als 55 Prozent seines Startwertes notieren.

Das verlockende Angebot war zu schön, um wahr zu sein. Derartige Konditionen konnten vom Emittenten unter Rückgriff auf die am Markt gehandelten Terminkontrakte niemals dargestellt werden. Wann der Fehler bemerkt wurde, ist unklar. Die Reaktion der Bank auf den viel zu niedrigen Produktpreis erfolgte jedoch unmittelbar zum Handelsstart am Montag dieser Woche.

Auf einen Schlag wurde der Kurs des Papiers um über 70 Euro heraufgesetzt. Dies entspricht einem Anstieg von knapp 67,5 Prozent innerhalb von drei Tagen – vom Ende der Zeichnungsfrist bis zum Börsenlisting. Aufs Jahr hochgerechnet kommt man auf ein Kursplus von über 462 Trillionen Prozent – eine Zahl mit 21 Stellen. Die Erste Bank bestätigte gegenüber DAS INVESTMENT.com, dass Anleger, die das Produkt gezeichnet haben, tatsächlich in den Genuss dieses unverhofften Gewinns gekommen sind.