Erste Rede

Yellen will Kontinuität

Fed-Chefin Janet Yellen will den geldpolitischen Kurs ihres Vorgängers fortsetzen und die Anleihekäufe in „maßvollen Schritten‘‘ reduzieren. Die neue Vorsitzende der Federal Reserve signalisierte zudem, dass die Messlatte für eine Änderung dieses Planes hoch gelegt sei.

Nur eine „merkliche Änderung beim Ausblick“ für die Wirtschaft würde die Währungshüter dazu veranlassen, das Tempo bei der Bondkauf-Reduzierung rauszunehmen und eine Pause bei dem so genannten „Tapering“ einzulegen, sagte Yellen am Dienstag auf eine entsprechende Frage bei ihrer Anhörung vor dem Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses. Die Fed-Bondkäufe folgten „keinem vor-festgelegten Kurs“.

„Ihre Botschaft zur Kontinuität bei der Politik und - damit einhergehend - die Kontinuität beim Ausblick legen nahe, dass sie auf Kurs bleiben werden“, sagte Keith Hembre, ein ehemaliger Analyst der Minneapolis-Fed, der nun Chefökonom von Nuveen Asset Management in Minneapolis ist. Die Fed hat das Volumen der monatlichen Bondkäufe im Dezember und Januar um jeweils 10 Milliarden Dollar auf zuletzt 65 Milliarden Dollar gesenkt.

Es war die erste Rede der obersten Chefin der US-Notenbank seit ihrem Amtsantritt. Wenige Tage vor ihrer Anhörung war der jüngste Arbeitsmarktbericht für die größte Volkswirtschaft der Welt veröffentlicht worden, der einen überraschenden Rückgang der Arbeitslosenquote aufzeigte, auch wenn sich der Anstieg der Beschäftigung abkühlte.

„Es ist wichtig, dass wir uns Zeit lassen“, um die Bedeutung der jüngsten Arbeitsmarktberichte zu beurteilen, sagte Yellen. Die Arbeitslosenquote allein sei kein angemessener Maßstab für die Arbeitsmarktlage. Der Offenmarktausschuss werde bei seiner Sitzung im März auch andere Arbeitsmarkt-Indikatoren hinzuziehen. Das Wachstum habe sich zwar belebt, aber die Erholung am Arbeitsmarkt sei „bei weitem“ nicht abgeschlossen.

Yellen lobte während der Anhörung ihren Vorgänger Ben S. Bernanke dafür, dass er „unsere Wirtschaft und unser Finanzsystem gestärkt hat“. Die 67-Jährige erklärte, sie wolle seine Strategie fortsetzen. „Ich erwarte einen hohen Grad an Kontinuität beim geldpolitischen Ansatz des Offenmarktausschusses.“

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