US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden: Umwelt und Soziales sehr genau im Blick. Foto: imago images / UPI Photo

ESG-Anlagen

Wie Joe Biden den Aktienmarkt verändern könnte

Europa vereint noch etwa 75 Prozent der ESG-Investmentfonds weltweit auf sich und ist somit Spitzenreiter. US-amerikanische ESG-Investoren dürften von der aktuellen Aufholjagd profitieren, da US-Unternehmen die Lücke zu den führenden globalen Unternehmen in Bezug auf ESG-Transparenz und -Performance schließen müssen. Der Trend zu ESG wird in den Vereinigten Staaten sowohl von den Anteilseignern vorangetrieben, die eine ESG-Integration in die Geschäftsstrategien der Unternehmen fordern, aber ebenso von Investoren, die ESG als Alpha-Quelle nutzen, und von Aufsichtsbehörden, die ESG in ihren Regelwerken formalisieren wollen.

Es gibt immer mehr empirische Belege, dass Unternehmen, die ESG aktiv vorantreiben, mit positiven risikobereinigten Renditen korreliert sind. ESG kann so eine regelmäßige Outperformance gegenüber traditionellen Benchmarks für aktive Aktieninvestoren liefern.

In der ersten Hälfte des Jahres 2020 lagen die Vereinigten Staaten bei den ESG-Ratings der großen Agenturen weiterhin hinter anderen Ländern und Regionen zurück. Die US-Firmen holen aber auf. Wenn Joe Biden gewinnt und die Demokraten den Kongress übernehmen, werden sie sich bei ESG-Kriterien im Vergleich zur weltweiten Konkurrenz weiter verbessern.

USA schließen die ESG-Datenlücke

Auch ohne neue föderale Vorschriften fördern Verbesserungen bei der ESG-Datenbasis und damit mehr Transparenz die Dynamik: ein wichtiger Grund für den Unterschied in der ESG-Punktzahl zwischen US-Unternehmen und den weltweit besten ESG-Unternehmen. Und die Anteilseigner beeinflussen durch ihre ökologisch und sozial orientierten Aktionärsbeschlüsse die Entwicklung zusätzlich.

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