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Bau einer Solarkraftanlage im indischen Bhadla: Die Berücksichtigung von ESG-Kriterien hat messbare Auswirkungen auf das Anlageergebnis, belegt die Untersuchung von Candriam. | © Getty Images Foto: Getty Images

ESG-Investitionen in Schwellenländer-Aktien

Warum Nachhaltigkeit keine Rendite kostet

Hat die Implementierung von ESG-Faktoren einen Einfluss auf die Rendite von Schwellenländer-Aktien? Tatsächlich lässt sich mit der Berücksichtigung von ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance = Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) bei der Auswahl von Schwellenländer-Aktien für das Portfolio ein wichtiger Outperformance-Faktor erzielen.

Auf Ebene der Nachhaltigkeit weisen die Schwellenmärkte einige besondere Merkmale auf. Die Klimarisiken sind hier am höchsten und in einigen Schwellenländern wird sich der Energiemix in den nächsten zwanzig Jahren erheblich verändern. China ist dafür ein klassisches Beispiel: Das Land setzt zurzeit noch hauptsächlich auf Kohle, dürfte den Anteil erneuerbarer Energien bis 2040 jedoch stark erhöhen.

Die Unternehmensführung (Governance) zählt ebenfalls zu den größten Herausforderungen, denen sich die Schwellenländer stellen müssen. Ihre Standards in diesem Bereich unterscheiden sich mitunter sehr stark von denen der Industrieländer. Auch innerhalb der Schwellenländer gibt es hierbei erhebliche Unterschiede.

Jährliche Überrendite von 2,4 Prozent

Im Rahmen einer kürzlich vom Research-Team von Candriam durchgeführten Studie wurde untersucht, wie sich eine ESG-Titelauswahl auf die Performance eines Schwellenländer-Aktienportfolios auswirkt. Viele Jahre lang ließen unzureichende Datenbestände und ein enger traditioneller Ansatz für Schwellenländer die Ansicht aufkommen, ESG-Strategien erbrächten keine zusätzlichen finanziellen Erträge beziehungsweise könnten die Anlageergebnisse sogar beeinträchtigen.

Die Untersuchungen belegen das Gegenteil. Der Vergleich der Schwellenländer-Emittenten, die nach ESG-Kriterien am besten abschneiden, mit den Unternehmen des MSCI Emerging Markets Index zeigt: Unser ESG-konformes Universum nachhaltiger Schwellenländer-Aktien hat über einen Zeitraum von zehn Jahren im Durchschnitt eine Outperformance von jährlich 2,4 Prozent gegenüber dem MSCI EM Equity Index erzielt. Dabei lag die Volatilität des ESG-Portfolios ungefähr gleichauf mit dem traditionellen Portfolio. Trotz besserer Performance blieb das Risiko also gleich.

Besonders ausgeprägt waren die Überrenditen unter allen analysierten Regionen (Asien, Lateinamerika, Naher Osten und Afrika) in Asien, wo sich zwei Drittel der MSCI EM Index-Komponenten (nach Anzahl) befinden.

Auch die Überrendite in Bezug auf die Marktkapitalisierung wurde untersucht: ESG-geeignete Unternehmen lieferten Überrenditen gegenüber dem MSCI-Index in allen drei Größenklassen der Marktkapitalisierung. Bei Small und Mid Caps ist dieser Vorsprung jedoch ausgeprägter als bei Large Caps.

Die Analyse zeigt auch, dass alle Sektoren (bis auf zwei) von der Auswahl der Emittenten auf der Grundlage von ESG-Kriterien profitieren. Interessante Ergebnisse waren im Energiesektor zu beobachten: Die 37 ESG-Aktien erzielten im Schnitt eine Performance von 3,7 Prozent und schnitten damit schlechter ab als die Aktien des MSCI Emerging Markets Index (4,2 Prozent). Allerdings fiel die Performance je nach ESG-Rating sehr unterschiedlich aus. So erreichten die Aktien mit dem besten Rating eine durchschnittliche Performance von 7,3 Prozent, die Papiere mit dem schlechtesten Rating erzielten nur magere 1,1 Prozent.

Gefilterte Asset-Allokation bringt Performancevorsprung

Einzelne Filter für die Auswahl der nachhaltigsten Unternehmen haben einen besonders hohen Einfluss. Das ist beispielsweise bei Filtern der Fall, die Unternehmen ausschließen, die in kontroversen Bereichen tätig (zum Beispiel Waffen, Glücksspiel, Alkohol und Tabak) oder Gegenstand von Kontroversen sind. Durch den Ausschluss solcher Unternehmen aus dem Schwellenländer-Universum können Anleger ihre durchschnittliche Performance um rund 0,4 Prozent verbessern. Wenn Anleger normative Filter (Korruptionsrisiko, Einhaltung des Arbeitsrechts oder der Menschenrechte, Umweltrisiko) bei der Auswahl der Unternehmen einsetzen, beläuft sich der Performancevorsprung auf etwa 0,2 Prozent.

ESG-Herabstufung als warnender Frühindikator

Die Studie ließ auch einen weiteren interessanten Schluss zu: Die Herabstufung des ESG-Ratings eines Unternehmens kann ein nützlicher Frühindikator für die zukünftige relative Performance der Aktie sein (für Zeiträume von sechs Monaten bis zu drei Jahren). Wie sich zeigte, geht in der Regel eine Herabstufung des ESG-Ratings unmittelbar mit einer starken Underperformance einher.

Alle Ergebnisse der Untersuchung fließen direkt in die Strategien von Candriam für Schwellenländer-Aktien ein und kommen der Wertschöpfung für Anleger in diesen Strategien zugute.

Mehr zu den Auswirkungen von ESG-Investitionen in Schwellenländern finden Sie hier.

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