ESG-Investments Rentenfonds mit Anspruch auf Nachhaltigkeit

U-Bahn-Station Stadion in Stockholm, gestaltet von den Künstlern Enno Hallek und Ake Pallarp: Schweden liegt auf Platz 1 des SDG-Index und erfüllt damit besser als jedes andere Land die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. | © Getty Images

U-Bahn-Station Stadion in Stockholm, gestaltet von den Künstlern Enno Hallek und Ake Pallarp: Schweden liegt auf Platz 1 des SDG-Index und erfüllt damit besser als jedes andere Land die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Foto: Getty Images

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Zwei Plätze nach oben ging es für Deutschland. 2017 belegte das Land noch Platz 6 im SDG-Index, 2018 war es Nummer 4. Den SDG-Index hat die Bertelsmann Stiftung ins Leben gerufen. Er versucht zu quantifizieren, wie gut 156 Länder aus aller Welt die 17 Sustainable Development Goals (SDG) umsetzen. Diese Nachhaltigkeitsziele wurden 2015 von 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen unterzeichnet und sollen für eine bessere Entwicklung der Welt sorgen.

In anderen Ländervergleichen, die auf Nachhaltigkeitsaspekte abzielen, schneidet Deutschland nicht ganz so gut ab. Im Index Templeton Global Macro ESG etwa belegt die Bundesrepublik Rang 10, im Country Sustainability Ranking von Robeco SAM muss sich Deutschland mit Rang 12 begnügen. Nicht nur Unternehmen, auch Staaten lassen sich aus ökologischer, sozialer und Governance-Perspektive, kurz ESG, bewerten.

Für Bond-Investoren, die in Staatsanleihen investieren, kann dies eine wichtige Entscheidungsgrundlage bieten. Nach einer Studie des amerikanischen CFA Institute ist eine ESG-Analyse bei Staatsanleihen allerdings deutlich weniger verbreitet als bei Aktien und Unternehmensanleihen. Das rührt nach Ansicht der Studienautoren auch daher, dass die erwarteten Auswirkungen von ESG-Aspekten auf die Renditen bei Unternehmensanleihen als tendenziell höher eingeschätzt werden als bei Staatsanleihen (siehe Grafik).

                               Quelle: CFA Institute

Zudem scheint die ESG-Analyse von Corporate Bonds leichter zu bewerkstelligen. Investoren können sich hier einfach der gleichen Techniken und Quellen wie im Aktienbereich bedienen. Denn schließlich ist eine Aktie eines Unternehmens nicht mehr oder weniger nachhaltig als die Anleihe der gleichen Firma.

Aktieninvestoren waren die Vorreiter bei sauberen Investments. Mit der zunehmenden Bedeutung einer verantwortungsvollen Geldanlage und der wachsenden Nachfrage ziehen die Anleiheinvestoren aber nach. Ein Grund für diese Entwicklung ist, dass mehr und mehr empirische Studien und Auswertungen die Relevanz von ESG-Faktoren für die Risikoaufschläge von Bonds belegen.

Dies zeigt zum Beispiel die Studie des CFA Institute. Die Umfrageteilnehmer bewerten den Effekt von solchen Faktoren im Jahr 2022 als deutlich höher als noch 2017. Vor allem Governance-Aspekte beeinflussen ihrer Ansicht nach die Anleihe-Performance. Das gilt sowohl für Staats- als auch für Unternehmensanleihen (siehe Grafik).