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Expo-Pavillon von Acciona: Der spanische Energieversorger setzt seit mehr als einem Jahrzehnt auf Nachhaltigkeit und erfüllt damit auch die ESG-Bedürfnisse von Anlegern. | © Getty Images

ESG-konformer Multifaktoransatz Überrenditen mit grüner Zukunft

„Nachhaltigkeit, Überrendite und Risikominimierung sind kein Widerspruch“, betont Jennifer Nerlich. Das Team um die Invesco-Fondsmanagerin berücksichtigt im Multifaktor-Investment-Prozess einerseits ESG-Kriterien in den Portfolios. Andererseits legt Nerlich ihr Augenmerk auf niedrige Volatilität. „Zwar liefern aggregierte ESG-Werte – die Faktoren Umwelt, Soziales und Unternehmensführung – keinen positiven Mehrertrag zu den klassischen Gradmessern Qualität, Momentum und Bewertung“, berichtet Nerlich. „Wir messen aber einen Zusammenhang zwischen den Qualitäts- und den Governance-Faktoren im Hinblick auf die Rendite.“ Diese Faktoren beziehen sich nicht nur auf die Bilanzqualität. Sie markierten auch, ob Unternehmen die Ziele verschiedener Interessengruppen, etwa der Aktionäre, erfüllen – und ob sie damit positiv auf die Erträge einwirken.

Jennifer Nerlich, Portfolio-Managerin bei Invesco

Nachhaltigkeits-Investments können sich durchaus lohnen

Neben der Risikobetrachtung steht und fällt der Portfolioerfolg einerseits mit dem aktiven Dialog mit Unternehmen. Andererseits speist er sich aus individuell festgelegten ESG-Kriterien. Dafür hat Invesco die sogenannte Low Volatiltiy ESG-Strategie entwickelt. Sie umfasst neben dem Multifaktor-Ansatz, einer ESG-Kontrolle und einer ESG-Momentum-Betrachtung auch Umweltthemen. Der CO2-Fußabdruck ist demnach so wichtig wie Faktoren des Klimawandels und progressive Unternehmensstrategien. Diese richten sich am Kyoto-Protokoll, an Prinzipien der biologischen Vielfalt oder an der Vienna Convention aus, die sich den Schutz der Ozonschicht auf die Fahne geschrieben hat.

Darüber hinaus fallen börsengelistete Unternehmen, die diesen Punkten zuwider handeln, aus dem Portfolio heraus. Bei dem UN Global Compact handelt es sich um einen Pakt, den Unternehmen und die Vereinten Nationen (UNO) geschlossen haben, um die Globalisierung nachhaltiger zu gestalten. Entsprechend sind Geschäftsfelder rund um Waffen und Landminen, Atomkraft, aber auch Tabakproduktion nicht mit der Portfoliostrategie vereinbar. „Das Anlagenuniversum von ursprünglich rund 1.000 Titeln, für die wir täglich Risiko- und Ertragswerte berechnen, reduziert sich mit dem ESG-Screen zunächst um ein Drittel auf rund 650 Aktien. Mit dem ESG-integrierten Multifaktoransatz reduziert sich deren Zahl weiter auf aktuell knapp 100 Titel“, rechnet Nerlich vor.

Die CO2-Intensität bildet hier beispielsweise ein aussagekräftiges Merkmal. „Der Quotient stellt das ausgestoßene Kohlenstoffdioxid dem Umsatz eines Unternehmens in US-Dollar gegenüber“, erläutert Nerlich. Während Verstöße gegen den UN Global Compact im Index MSCI Europe noch mit einem Anteil von 6,9 Prozent zu Buche schlagen, reduzieren Ausschlüsse in Invescos ESG Low Volatility-Strategie diesen Anteil auf Null.

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