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Stoffbeutel-Herstellung in einer ökologisch-sozialen Näherei in Augsburg: Mit sozialer Nachhaltigkeit und guter Unternehmensführung kommen Unternehmen oft besser durch Krisen. | © imago images / epd Foto: imago images / epd

ESG-Kriterien bei Unternehmen

Soziale Verantwortung stärkt Krisenfestigkeit

Die durch Covid-19 verursachte weltweite Gesundheitskrise konfrontiert Unternehmen mit einer noch nie dagewesenen, außergewöhnlichen Situation: Erstmals sind Wirtschaft und Gesellschaft gleichzeitig betroffen: Arbeitnehmer, Verbraucher, Zulieferer und Aktionäre.

Auch wenn der Höhepunkt der Pandemie wohl noch nicht erreicht wurde, widmen sich die Diskussionen bereits jetzt der „Welt danach“. Eines scheint schon jetzt klar: Zukünftig werden sich Volkswirtschaften und Unternehmen stärker auf robuste Kontinuität und Langfristigkeit ausrichten müssen, um angesichts von zu erwartenden neuen Krisen, die in irgendeiner Ecke der Welt ihren Anfang nehmen, nicht allzu schwer in Mitleidenschaft gezogen zu werden.

Als langfristig orientierter Investor haben wir bereits seit mehreren Jahren ESG-Aspekte bei der Analyse von Unternehmen fest in den meisten unserer Anlagestrategien verankert. Leitgedanke ist dabei die Idee, dass ein Unternehmen in erster Linie eine aus Menschen bestehende Organisation ist. Daher basiert unser Ansatz auf zwei Säulen: Humankapital und Corporate Governance. Diese zwei Faktoren stehen im Zentrum unseres ESG-Analysemodells.

Menschen sind wesentliche Faktoren für Unternehmen

So analysieren wir Unternehmen anhand verschiedener Kriterien wie der Führungsqualität des CEO, der Diversität der Geschäftsführung, der Innovationsfähigkeit der Teams sowie der Qualität des sozialen Umgangs und der Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter. Wir sehen im Wert des „Humankapitals“ einen wirkungsvollen Treiber für die mittel- und langfristige Entwicklung eines Unternehmens.

In ähnlicher Weise hat sich eine Analyse von Corporate-Governance-Aspekten als wichtiges Instrument zur Verringerung von Risiken erwiesen. Hierzu gehören die Funktionsfähigkeit von Kontrollgremien, die Unabhängigkeit der Geschäftsführung, die Richtlinien zur Vergütung von Führungskräften, die Zusammensetzung von Ausschüssen, die Steuerehrlichkeit und ein hohes Maß an Transparenz.

Zur Überprüfung dieser Hypothese haben wir unter den 600 von uns analysierten Unternehmen die Gruppe der am besten bewerteten Unternehmen nach diesen zwei Faktoren beleuchtet: Das Ergebnis ist eine Outperformance von 35 Prozent über einen Zeitraum von drei Jahren und von 50 Prozent über fünf Jahre mit einer durchschnittlichen Volatilität, die um rund sieben Punkte niedriger liegt als in der Gruppe der Unternehmen mit dem jeweils schlechtesten Rating.

Besser durch die Krise gekommen

Dabei erweist sich, dass die Gruppe der am besten bewerteten Unternehmen sich während des kräftigen Markteinbruchs zwischen dem 19. Februar und dem 18. März 2020 deutlich besser behauptet hat. Bei der anschließenden Erholung konnten beide Gruppen aber gleich stark zulegen.

Die beiden Faktoren Humankapital und Corporate Governance dienen langfristig als wichtige Filter bei der Suche nach einer ausgewogenen Wertschöpfung.

In einem Umfeld schwachen weltweiten Wachstums, einer entsprechend wahrscheinlichen Zunahme von Unternehmensinsolvenzen und insgesamt beschleunigten Transformationsprozessen auf sozialer und ökologischer Ebene sind ESG-Kriterien für die Portfolioverwaltung heute wichtiger denn je. Die Qualität des operativen Managements eines Unternehmens und seiner Kontrollgremien ist und bleibt eines der Schlüsselelemente, um langfristig Wertsteigerungen zu erzielen. Es sind mehr denn je diese Faktoren, die einem Unternehmen im Fall einer Krise Vorsprung verschaffen – durch Resilienz.

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