ETF auf Trade War Index In den USA ist der erste Handelskrieg-ETF gestartet

Containerschiff im Hafen von Qingdao, China.  | © STR/AFP/Getty Images

Containerschiff im Hafen von Qingdao, China. Foto: STR/AFP/Getty Images

Das US-Unternehmen M-Cam International hat mit dem „Innovation Alpha Trade War ETF“ einen börsengehandelten Indexfonds auf den Markt gebracht, mit dem Anleger gezielt auf Profiteure von Handelskriegen setzen können. Der ETF mit dem treffenden Tickersymbol TWAR bildet den „Martin Global Innovation Equity Trade War Index“ nach. Dieser setzt sich aus Unternehmen mit mittlerer bis hoher Marktkapitalisierung zusammen, die durch ihre Innovationsfähigkeit in Kombination mit Beziehungen zu staatlichen Institutionen einen Wettbewerbsvorteil bei Handelskonflikten bieten.

Insbesondere Unternehmen mit bereits bestehenden Regierungsverträgen stünden damit im Fokus, berichtet das österreichische Finanzportal „e-fundresearch.com“ unter Bezugnahme auf eine Meldung des Nachrichtendienstes Bloomberg. Es werde Unternehmen geben, bei denen ihre Technologie in vielerlei Hinsicht von den Auswirkungen eines Handelskrieges durch historische Beziehungen oder die Schirmherrschaft der Regierung isoliert seien, zitieren die Österreicher M-Cam-Chef David Martin.

Im ETF sind derzeit unter anderem Unternehmen wie IBM, Xerox, Cisco Systems und General Electric sowie multinationale Konzerne mit Sitz in Deutschland, Brasilien, China und Mexiko. Einer Analyse des „Financial Times“ zufolge hätten sich die fünf genannten US-Unternehmen, die aktuell am höchsten gewichtet sind, im Mai schlechter als der S&P 500-Index entwickelt, berichtet „Investrends.ch“. Martin zeige sich davon unbeeindruckt, da es sich lediglich um eine Momentaufnahme handele und der Schutz vor den Folgen eines Handelskrieges ein Unternehmen nicht von anderen Faktoren isoliere, die seine Leistung beeinträchtigen können. Der M-Cam-Chef sei überzeugt, dass sich die Strategie langfristig auszahle.

Gegenüber anderen ETFs ist der Indextracker vergleichsweise teuer, berichtet „Bloomberg“: Die Gebühr liegt der Nachrichtenagentur zufolge bei jährlich 0,81 Prozent und damit deutlich über den Kosten, die für Tech-ETFs oder einen Small-Cap-ETF anfallen. So betrage beispielsweise die Gebühr für den Ishares Russell 2000 ETF weniger als ein Viertel.